Wozu hatten die Dinos ihre Hälse?

Dinosaurier aus der Familie der Sauropoden sind durch ihre langen Hälse bekannt. Bisher glaubte man, dass die schwerfälligen Pflanzenfresser wie Giraffen Laub von den Bäumen fressen konnten. Ein australischer Paläontologe, der seit vielen Jahren Saurier-Herzen mit anderen Tier-Herzen verglichen hat, widerspricht jetzt dieser These. Er ist überzeugt davon, dass die bis zu 30 Meter langen Tiere ihre Köpfe nicht über die Körperhöhe hinaus gehoben haben.

Der Forscher hatte am Beispiel des Barosauriers errechnet, dass die Tiere ein 2.000 Kilogramm schweres Herz benötigt hätten. Nur so wäre es möglich gewesen, den nötigen Blutdruck für ein mehrere Meter höher getragenes Gehirn zu erzeugen. Die Giraffe hat beispielsweise ein besonders großes, starkes Herz, um ihren Kopf hoch tragen zu können. Umgerechnet auf den viel größeren Saurier hätte ein solches Organ aber allein schon mehr Energie verbraucht als der Rest des Körpers.

Das Grasen in den Bäumen sei bei niedrigem Blutdruck unmöglich gewesen, glaubt der Forscher. Die Tiere wären wegen Sauerstoffmangel im Gehirn gestorben. Deshalb könnten die langen Hälse nur zu horizontalen Bewegungen benutzt worden sein. Wenn die Sauropoden allerdings Kaltblütler gewesen wären, so die Einschränkung der These, hätte ihr Körper vielleicht auch mit niedrigem Blutdruck funktioniert.

Forschung: Dr Roger Seymour, Adelaideís Department of Environmental Biology, in „Proceedings of the Royal Society“, London

Werbung