Einschlag: Was die Welt vor 250 Millionen Jahren verwüstete

Buckyball Neben dem Verschwinden der Dinosaurier vor rund 65 Millionen Jahren gilt ein weiteres Massensterben als wichtiger Einschnitt in der Entwicklung der Tierwelt: Vor etwa 250 Millionen Jahren sind rund 70 Prozent aller an Land lebenden Tiere und 90 Prozent aller Arten von Meereslebewesen ausgestorben. Darunter waren auch sämtliche Trilobiten, die es auf immerhin 15.000 Arten gebracht hatten.

Schon seit längerem existiert die These, der Einschlag eines Kometen oder Asteroiden habe das Desaster ausgelöst. Forscher der Universität von Washington glauben jetzt, in Gesteinsablagerungen den Beweis für ein solches Ereignis gefunden zu haben. Die Landfläche war vor 250 Millionen Jahren noch im Urkontinent Pangäa verbunden. Wo dort der Einschlag stattfand, können die Forscher nicht sagen. Sie fanden allerdings in Gestein aus dieser Zeit spezielle Moleküle, so genannte Buckyballs.

Buckyballs sind kugelförmige Käfige aus mindestens 60 Kohlenstoffatomen (Abbildung), die in ihrem Inneren Moleküle der Gase Argon und Helium gefangen halten können. In den untersuchten Buckyballs fanden die Forscher Helium in Verbindungen, die auf der Erde extrem selten sind: Das Gas liegt als Helium-3 vor, während es sonst weltweit zu über 99,9 Prozent als Helium-4 auftritt. Helium-3 bildet sich nach Aussage der Forscher üblicherweise in Kohlenstoffsternen. Sie sind deshalb überzeugt, dass die Moleküle vor 250 Millionen Jahren aus dem All auf die Erde kamen.

Nach Berechnung der Forscher könnte damals ein sechs bis zwölf Kilometer großer Himmelskörper auf der Erde aufgeschlagen sein. Die Wissenschaftler verweisen zum Vergleich auf den Riesenkrater auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan. Dort hatte vermutlich jener Asteroid eingeschlagen, der vor 65 Millionen Jahren das Ende der Dinosaurier besiegelte.

Der Einschlag allein habe zwar kein Massensterben ausgelöst, so die Forscher. Das mit ihm verbundene Erdbeben, das alle uns bekannten Beben millionenfach übertroffen haben muss, führte aber vermutlich zu einem Anstieg des Vulkanismus, sowie Änderungen des Meeresspiegels und des Sauerstoffgehalts im Meerwasser. Diese Prozesse zusammen könnten dann langfristige Klimaänderungen bewirkt haben. Das darauf folgende Massensterben könnte sich innerhalb von 8.000 bis 100.000 Jahren vollzogen haben – im geologischen Maßstab ein kurzer Zeitraum.

Forschung: Luann Becker, University of Washington, Robert J. Poreda, University of Rochester
Abbildung: University of Washington

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