Nahezu vollständiger Tenontosaurus entdeckt

Knochen von Tenontosauriern sind in Montana, Arizona, Texas und Oklahoma schon in großer Zahl gefunden worden. Die Tiere müssen auf dem nordamerikanischen Kontinent zur Zeit der Unterkreide vor 100 bis 135 Millionen Jahren vergleichsweise weit verbreitet gewesen sein. Trotzdem ist das Exemplar, das Forscher der Universität von Oklahoma jetzt entdeckten, eine Ausnahme: Das Skelett ist nahezu vollständig erhalten und wurde inklusive des Schädels ausgegraben, der den meisten anderen Funden fehlt. Mit einer Länge von 7,60 Meter handelt es sich zudem um einen besonders großen, ausgewachsenen Tenontosaurus.

Tenontosaurus Der Tenontosaurus gehört zur Familie Hypsilophodontidae, den schnellen „Gazellen“ der Saurierwelt. Diese Pflanzenfresser hatten lange Beine und einen leichten Körperbau und waren so keine einfach zu fangende Beute für Raubsaurier. Die meisten Vertreter dieser Familie wurden maximal drei Meter lang; Tenontosaurus mit über sieben Meter stellt eine Ausnahme dar. Vermutlich ging er auch deshalb überwiegend auf allen Vieren, während die kleineren Verwandten aufrecht gehen konnten.

Sehr „modern“ war das Gebiss der Hypsilophodentiden: Die Zähne waren bereits regelmäßig aufgereiht und eigneten sich gut zum Kauen. Bei den Vorläufern griffen die Zähne dagegen noch auf Lücken ineinander.

Die Forscher entdeckten „ihren“ Tenontosaurus in Atoka County, rund 240 Kilometer südlich von Oklahoma City. Er wurde bereits ins Sam Noble Oklahoma Museum of Natural History in Norman gebracht. Aus Stolz über den herausragenden Fund richtete das Museum eine Webcam ein, über die man beim Präparieren zusehen konnte.

Quelle: New York Times, 27.2.2001
Forschung: Cifelli, Nicholas J. Czaplewski, University of Oklahoma

Weiter im Web:
Sam Noble Oklahoma Museum of Natural History

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