Schneller Wechsel von Kreide zu Tertiär

Seit längerem schon wird vermutet, dass ein Asteroiden-Einschlag vor 65 Millionen Jahren ein großes Tiersterben ausgelöst hat. Amerikanische und italienische Forscher haben jetzt neue Belege gefunden, die diesen Vorgang auf 10.000 Jahre eingrenzen. Gleichzeitig halten die Wissenschaftler eine zweite Vermutung für widerlegt, nach der es zeitgleich zum Einschlag zu Vulkanausbrüchen und einem Klimawandel gekommen sein sollte.

Das Forschungsteam hatte italienische und tunesische Gesteinsablagerungen der so genannten K/T-Grenze (kreta-tertiäre Grenze) untersucht. Sie trennt die geologischen Zeitalter Kreide und Tertiär vor etwa 65 Millionen Jahren. Umstritten ist unter Forschern, wie lange der Übergang zwischen beiden Epochen andauerte. Damit verknüpft ist die Frage, wie lange das Artensterben anhielt, bei dem einschließlich der Dinosaurier 70 Prozent der Landlebewesen verschwanden.

Anhand von Helium-3-Anteilen im Gestein wollen die Forscher den Zeitraum jetzt eingrenzen können. Die speziellen Helium-Partikel sollen aus dem Weltraum auf die Erde gekommen sein. Ihre Ablagerung habe sich sehr gleichmäßig innerhalb von 10.000 Jahren vollzogen, sagen die Forscher. Ein Kometenschauer als Ursache sei ausgeschlossen, weil es dann zu Sedimenten schwankender Konzentration hätte kommen müssen. Deshalb komme nur ein einzelner riesiger Asteroid als Verursacher in Frage.

Einen Zusammenhang mit Vulkanismus halten die Forscher aber für ausgeschlossen. Anhänger der Vulkan-Theorie gehen davon aus, der Rauch von Vulkanausbrüchen hätte die Atmosphäre in weiten Teilen verfinstert und einen Klimawandel eingeleitet. Als Beweis werden Asche-Ablagerungen in westindischem Basaltgestein genannt. Das amerikanisch-italienische Forschungsteam meint dagegen, die betreffenden Spuren deuteten auf 500.000 Jahre anhaltenden Vulkanismus in der Region hin. Dieser Zeitraum sei zu lang, um mit dem Artensterben in Verbindung zu stehen.

Forschung: Sujoy Mukhopadhyay, California Institute of Technology, K.A. Farley, A. Montanari, in „Science“ Vol. 291, No. 5510, pp 1952-1955

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