Mastodon mit Mammut eng verwandt

Das amerikanische Mastodon (Mammut americanum) war eng mit dem sibirischen Mammut verwandt. Dies glaubt der amerikanische Biologe Jerry Goldstein nach der Analyse von Plasmid-DNA sagen zu können. Gleichzeitig sind beide Rüsseltiere nur sehr ferne Vorfahren der heutigen Elefanten, sagt der Forscher.

Mammut Bild: Illinois State Museum

Das Plasmid ist ein von den eigentlichen Chromosomen unabhängiger Träger von Erbinformationen. Das Erbgut hatte der Biologe Goldstein aus dem Darm eines Mastodon isolieren können, das 1989 in Newark, Ohio ausgegraben wurde. Der sehr sumpfige Untergrund eines Golfplatzes hatte nicht nur die Knochen des 11.500 Jahre alten Tieres konserviert, auch einige Bakterien aus seinem Darm konnten wiederbelebt werden. Sie stehen seit 1991 als älteste noch lebende Mikroorganismen im Guinness-Buch der Rekorde.

Mit der Erbgut-Analyse konnte ein weiteres Mosaik-Teilchen in den Stammbaum der Rüsseltiere eingefügt werden. Deren Geschichte reicht rund 50 Millionen Jahre weit bis ins Eozän zurück. Die ersten Exemplare waren allerdings kaum größer als ein Schwein. Der große schwere Körper, den Elefanten noch heute mit sich herumtragen, entwickelte sich erst über Millionen von Jahren. Der Rüssel bildete sich vermutlich als „Werkzeug“ für die Futtersuche. Im Pleistozän vor etwa zwei Millionen Jahren erreichten Mammuts und Mastodons schließlich ihre Blütezeit und überlebten selbst die letzte Eiszeit.

Das amerikanische Mastodon lebte überwiegend in Nadelholzwäldern und war auf dem gesamten nordamerikanischen Kontinent weit verbreitet. Sein Kopf war im Vergleich zum heutigen Elefanten länger und flacher, die Stoßzähne deutlicher nach oben gekrümmt. Das Aussterben des Mastodons vor rund 10.000 Jahren könnte sowohl auf die Erderwärmung als auch auf Bejagung durch den Menschen zurückgehen.

Dass sich Mastodon- und Elefanten-Erbgut so fremd sind, lässt auf eine sehr frühe Trennung der Arten schließen, glauben die Forscher. Goldstein und seine Kollegen entwickelten seit den 90er Jahre neue Analyse-Methoden, um das Mastodon-Erbgut zu untersuchen. Das detailierte Ergebnis werden sie am 31.März auf der „5th International Ancient DNA Conference“ in Manchester vorlegen.

Forschung: Jerry Goldstein, Ohio Wesleyan University

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