Entstehung der Blütenpflanzen auf der Spur

Die ältesten Funde fossiler Blütenpflanzen sind rund 130 Millionen Jahre alt. Warum diese Pflanzen auf einmal auftauchten und sich dann sehr schnell entwickelten, ist allerdings noch unbekannt. Bisher können Biologen nicht erklären, wer wohl die Vorfahren der ersten Blütenpflanzen waren.

Versteinerte Blütenpflanze Quelle: Stanford University

Jetzt glauben Forscher der Universität Stanford, den Stammbaum der Blütenpflanzen weitere 120 Millionen Jahre zurückverfolgen zu können. Ihre These zufolge könnte es schon vor über 250 Millionen Jahren erste blühende Pflanzen gegeben haben. Die Forscher verweisen auf spezielle pflanzeneigene Chemikalien, die nur Blütenpflanzen produzieren. Diese so genannten Oleanane helfen der Pflanze, Insekten, Pilze oder schädliche Mikroben abzuwehren. Während die Substanz bei Blütenpflanzen verbreitet ist, verfügen andere Samenpflanzen über keine vergleichbaren Abwehrstoffe.

In fossilen Ablagerungen der so genannten Gigantopteris-Flora in China wollen die Forscher jetzt ebenfalls die speziellen Pflanzen-Chemikalien gefunden haben. Die betreffenden chinesischen Gigantopteris sind rund 270 Millionen Jahre alt und besitzen spezielle wasserleitende Gefäße vom Stiel zu den Blättern – Zellstrukturen, die stark an Blütenpflanzen erinnern.

Schon seit Mitte der 90er Jahre war vermutet worden, es könne sich um Vorläufer der Blütenpflanzen handeln. Jetzt wollen die Stanford-Forscher Oleanane in diesen fossilen Pflanzen gefunden haben – ein weiterer Hinweis, dass es sich tatsächlich um die frühesten Verwandten heutiger Blütenpflanzen handeln könnte.

Forschung: J. Michael Moldowan, Jeremy Dahl, David A. Zinniker

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Details zu den Oleananen (Abstract)

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