Riesiger pflanzenfressender Dino entdeckt

Im ägyptischen Baharîya, rund 300 Kilometer südwestlich von Kairo, sind amerikanische Forscher auf den zweitgrößten bisher gefundenen Dinosaurier gestoßen. Joshua Smith von der University of Pennsylvania und seine Kollegen stellen das Tier im Magazin „Science“ vor. Nach ihren Angaben handelt es sich um einen bisher unbekannten Saurier aus der Familie der Titanosauriden. Diese Tiere gehörten zu den Sauropoden, den massigen langhalsigen Pflanzenfressern, die bis zum Ende der Kreidezeit vor rund 65 Millionen Jahren lebten.

Paralititan stromeri 2 Mögliches Aussehen des Paralititan stromeri.
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Der neue Saurier muss mindestens 94 Millionen Jahre alt sein, schätzen die Forscher anhand der umgebenden Gesteinsablagerungen. Er war an die 30 Meter lang und dürfte 75 bis 80 Tonnen gewogen haben. Seine besondere Größe wird schon am Oberarmknochen deutlich: Dieser ist allein 1,69 Meter lang (Foto unten).

Das Skelett ist fast vollständig erhalten, allerdings lassen die Spuren vermuten, dass das tote Tier von Fleischfressern zerlegt wurde. Möglicherweise ist es Raubsauriern zum Opfer gefallen.

Der riesige Pflanzenfresser wurde „Paralititan stromeri“ getauft. Er soll an den deutschen Forscher Ernst Stromer von Reichenbach erinnern, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Baharîya als erster auf Fossilien aus der Oberen Kreide gestoßen war.

Paralititan stromeri 1 Linker Oberarmknochen eines Paralititan stromeri, Ausgrabung in Baharîya, Februar 2001, Foto: Joshua B. Smith / University of Pennsylvania

Die Paläontologen hoffen, ihr Fund und weitere Forschungen in Baharîya könnten die noch in weiten Teilen unklare Geschichte der Wirbeltier-Evolution erhellen. Bisher wurden nämlich eine Reihe von Wirbeltieren aus der Kreidezeit auf Madagaskar und in Südamerika gefunden, nicht aber in Afrika. Daraus schließen manche Wissenschaftler, Madagaskar könne einmal zur südamerikanischen Landmasse gehört haben, während Afrika ein isolierter Kontinent war.

Sicher ist auf jeden Fall, dass die heutige Oase Baharîya in der Kreidezeit nicht von Wüste sondern reicher Vegetation umgeben war. Sedimente zeugen von einem flachen Strand am Meer und einer reichhaltigen Pflanzenwelt, die mit den tropischen Mangrovenwäldern im heutigen Florida vergleichbar ist.

Forschung: Joshua B. Smith, Matthew C. Lamanna; in „Science“, Vol. 292, No. 5522, 1. Juni 2001, pp 1704 – 1706

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