Diskussion um Massensterben im Perm

Eine unter Paläontologen verbreitete These geht davon aus, dass Einschläge von Asteroiden wiederholt Massensterben in der Tierwelt auslösten. Ein solches Ereignis soll unter anderem am Ende des Perm vor 251 Millionen Jahren stattgefunden haben. Drei Forscher um den kanadischen Paläontologen Sean Modesto vom Royal Ontario Museum bezweifeln jetzt diese These, nachdem sie neue fossile Funde in Südafrika ausgewertet haben.

Foto: Procolophonidae. Quelle: Royal Society

Die Wissenschaftler untersuchten Reptilien aus der Familie der Procolophonidae, die vom Oberperm bis zum Ende der Trias über die ganze Welt verbreitet waren. Vier der sechs Linien überstanden das Massensterben; rund Zweidrittel aller Arten konnte die Katastrophe am Ende des Perm also nichts anhaben. Zeitgleich starben aber über 90 Prozent aller Meereslebewesen aus. Dies spreche gegen einen Asteroiden-Einschlag, denn davon hätten die Tiere auf dem Land stärker betroffen sein müssen, sagen die Forscher.

Im britischen Magazin „Royal Society Proceedings: Biological Sciences“ erinnern die Forscher daran, dass auch Vulkanausbrüche, Klimawechsel oder Schwankungen des Meeresspiegels als Ursache für das Massensterben in Frage kommen. Mark Bailey vom nordirischen Armagh Observatory gab dagegen in der BBC zu bedenken, die Folgen eines Asteroiden-Einschlags auf Land- und Meereslebewesen seien nur sehr schwer abzuschätzen. Er sieht die Asteroiden-Theorie noch nicht unbedingt in Frage gestellt. Hinweise auf einen Asteroiden-Einschlag hatten US-Forscher im Februar 2001 präsentiert.

Forschung: Sean Modesto, Hans-Dieter Sues, Ross Damiani, in „Proceedings: Biological Sciences“, Volume 268, No 1480, pp 2047-2052, 5.10.01

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