Embryos von Titanosauriern entdeckt

In Argentinien gefundene fossile Eier enthalten ungeschlüpfte Dinosaurier. Dies berichtet der Paläontologe Luis M. Chiappe vom Naturhistorischen Museum Los Angeles im Magazin „Science“. Hunderte von Eier wurden am Fundort Auca Mahuevo seit 1997 entdeckt, in denen vereinzelt schon embryonale Knochen zu erkennen waren. Doch erst aufwändige Untersuchungen brachten jetzt überraschend gut erhaltene, nahezu vollständige Embryos ans Tageslicht. Bei den insgesamt sechs Küken handele es sich um Titanosaurier, schreiben Chiappe und seine argentinischen Kollegen Leonardo Salgado und Rodolfo Coria.

fossiles Embryo Titanosaurier waren rund 80 Millionen Jahre lang bis zum Ende der Kreidezeit auf der ganzen Erde verbreitet. Die schweren, langhalsigen Pflanzenfresser aus der Ordnung der Sauropoden wurden im Durchschnitt um die 15 Meter lang. Aus Argentinien ist bereits der zwölf Meter lange Saltasaurus überliefert, der auf dem Rücken einen schützenden Panzer aus Knochenplatten besessen haben soll. Trotz ihrer weiten Verbreitung sind von Titanosauriern aber bisher meist nur Schädel-Bruchstücke und unvollständige Skelette gefunden worden.

Die jetzt identifizierten Embryos können noch keiner Titanosaurier-Art eindeutig zugeordnet werden. Die rund 30 Zentimeter langen Fossilien sind in melonengroßen Eiern eingeschlossen. Ihre Schädel sind so gut erhalten, dass man selbst einzelne Zähne im vier Zentimeter langen Schnabel erkennt. Aus Schädelgröße und Lage der Nasenlöcher hoffen die Forscher Rückschlüsse auf das Wachstum der Tiere ziehen zu können.

Forschung: Luis M. Chiappe, Naturhistory Museum of Los Angeles; Leonardo Salgado, Museo de Geologia y Paleontologia, Buenos Aires; Rodolfo Coria, Museo Carmen Funes, Provencia des Neuquén; Veröffentlichung in „Science“ Vol. 293, No. 5539, pp 2444-2446

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