„Sue“ beweist: Tyrannosaurier waren zähe Echsen

Tyrannosaurier mussten in ihrem Leben so einiges erdulden. Bisswunden, Knochenbrüche, Krankheiten – das alles konnte ihnen offenbar wenig anhaben. Dies vermuten zumindest Forscher, die den Saurier namens „Sue“ am Field Museum in Chicago untersucht haben. Das Museum hatte im Jahr 1997 den Tyrannosaurus rex ersteigert. Benannt wurde das bisher vollständigste Skelett eines Tyrannosaurus nach seiner Entdeckerin Sue Hendrickson. Sie war im Jahr 1990 in einem Indianerreservat in South Dakota auf den Saurier gestoßen.

Der 67 Millionen Jahre alte Dino ist 12,8 Meter lang und wog zu Lebzeiten wohl an die sieben Tonnen. Der 1,5 Meter lange Kopf mit seinen 58 Zähnen bringt allein 272 Kilogramm auf die Waage. Lange Jahre steckten die Knochen im Gestein; erst jetzt wurde der Fund von den Präparatoren des Museums vollständig freigelegt.

Elizabeth Rega von der Western University of Health Sciences in Pomona, Kalifornien, und Chris Brochu von der University of Iowa haben die fossilen Knochen genauer unter die Lupe genommen. Sie fanden Spuren für mehrere Verletzungen, die aber wahrscheinlich noch vor dem Tod des Tieres komplett verheilten. Wie die Forscher jetzt auf der Jahreskonferenz der Paläontologen in Montana berichteten, muss sich Sue im linken wie rechten Rippenbereich ernste Knochenbrüche zugezogen haben. Arm- und Beinknochen sollen von Infektionen betroffen gewesen sein. Und der Wuchs der Wirbelsäule lässt auf schmerzhafte Rückenprobleme schließen. Da fällt kaum noch ins Gewicht, dass Sue auch unter den üblichen Saurier-Verletzungen am Kiefer litt.

Trotzdem muss der angeschlagene Saurier sehr alt geworden sein, ist Forscherin Rega überzeugt: „Die verheilten Verletzungen belegen eindeutig, dass Sue ein robustes Tier war, das viele Schläge wegstecken konnte“, sagte sie gegenüber dem „New Scientist“. Woran der Saurier gestorben ist, kann bisher nicht ermittelt werden.

Der Dino-Forscher Peter Larson spekulierte anlässlich der Präsentation seiner Kollegen, die Tyrannosaurier hätten in Herden zusammen gelebt und sich mit ausgeprägtem Sozialverhalten gegenseitig geholfen. Dies könnte zumindest halb richtig sein: Dass die großen Fleischfresser tatsächlich in Herden lebten, darauf deuten auch Funde des Tyrannosaurus-Experten Jack Horner hin.

Forschung: Elizabeth Rega, Western University of Health Sciences, Pomona; Chris Brochu, University of Iowa

Weiter im Web:
Homepage für „Sue“

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