Nach 30 Jahren im Archiv: Dino-Embryo entdeckt

Rund dreißig Jahre lang lag ein Dinosaurier-Ei unbeachtet im Archiv der Auburn University, Alabama. Jetzt entdeckte ein Doktorand, dass das Ei ein Jungtier kurz vor dem Schlüpfen enthält. Das Ei war im Jahr 1970 von drei Paläontologie-Studenten in Alabama ausgegraben worden. Weil man es damals nur ungenügend untersuchen konnte, wanderte es als nicht näher bezeichneter Fund ins Archiv.

Dinosaurier Embryo So blieb das 83 Millionen Jahre alte Embryo unentdeckt – bis der Doktorand James Lamb es in diesem Jahr wieder ans Licht holte. Der angehende Paläontolge von der North Carolina State University hatte sich das Ei zu Studienzwecken ausgeliehen. Als ihm an einer Bruchstelle kleine Knochen auffielen, lieferte er das Ei in der Computertomographie eines Kinderkrankenhauses ab. Die Durchleuchtung mit Röntgenstrahlen machte schließlich das Embryo sichtbar. Inzwischen konnte der Inhalt des versteinerten Eies im Säurebad freigelegt werden.

Bei dem Fossil handelt es sich offenbar um einen Lophorhothon, einen seltenen nordamerikanischen Entenschnabel-Dinosaurier, der vor 84 bis 71 Millionen Jahren gelebt haben soll. Diese auch als Hadrosaurier bezeichnete Familie verdankt ihren Namen der breiten, abgeflachten Schnauze, die in einem fast zahnlosen Schnabel mündet. Nur Backenzähne finden sich in den Kiefern der Pflanzenfresser, die zur Kreidezeit auf der gesamten Nordhalbkugel heimisch waren. Die Spezies Lophorhothon soll in ausgewachsenem Zustand etwa 15 Meter lang gewesen sein. Weil man nur sehr wenig über das Tier weiß, erhoffen sich die Forscher von der genauen Untersuchung des Embryos wichtige Hinweise.

Forschung: James Lamb, North Carolina State University

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