Afrikanisches Urzeitkrokodil rekonstruiert

US-amerikanische und afrikanische Forscher haben ein riesiges afrikanisches Urzeitkrokodil rekonstruiert. Das Tier erreichte wahrscheinlich eine Länge von zwölf Metern und wog rund acht Tonnen. Die Forscher um Paul Sereno von der University of Chicago stützen ihre Rekonstruktion auf fossile Funde aus dem heutigen Niger.

Urzeit-Krokodil in der Rekonstruktionszeichnung Von dem etwa 110 Millionen Jahre alten Fund aus der unteren Kreidezeit sind Schädel, einige Rippen und Knochen des Rückgrats erhalten geblieben. Der so genannte Sarcosuchus imperator wird in der Online-Ausgabe des Magazins „Science“ vorgestellt.

Ungewöhnlich ist das große Gebiss des Tieres, das allein schon drei Viertel des gesamten Schädels ausmacht. Die großen abgerundeten Zähne deuten darauf hin, dass Sarcosuchus wohl nicht nur Fische frass, sondern am Flussufer auch auf größere Säuger oder Saurier lauerte. Aus den erhaltenen Knochenplatten glauben die Forscher das Alter des Tieres mit 50 bis 60 Jahren angeben zu können.

Vergleiche zwischen Schädelgrößen von Krokodilen Überreste riesiger Urzeitkrokodile wurden bereits auf anderen Kontinenten gefunden: Das nordamerikanische Deinosuchus, ebenfalls während der Kreidezeit verbreitet, erreichte eine Länge von rund 15 Metern. In Indien haben sich Fossilien des gleich großen Rhamphosuchus erhalten, das im Pliozän vor etwa zwei bis fünf Millionen Jahren lebte. Von beiden Arten sind allerdings nur Schädelteile erhalten, sodass die reale Länge der Tiere nur geschätzt werden kann.

Bilder von oben nach unten:
1. Die Rekonstruktion des Sarcosuchus imperator.
2. Der Kopf des Sarcosuchus im Vergleich zum kleineren Kopf eines heute lebenden Krokodils.
3. Die Zeichung unten zeigt, welche Knochen für die Rekonstruktion vorlagen.
Quelle: Science

Rekonstruktion eines fossilen Krokodils

Forschung: P. C. Sereno, University of Chicago; H. C. E. Larsson, Yale University, New Haven; C. A. Sidor, New York College of Osteopathic Medicine, Old Westbury, NY; B. Gado, Institut de Recherches en Sciences Humaines, Niamey, Niger Republic; in „Scienceexpress“, 25.10.2001

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