Frühe Blütenpflanze wuchs im Wasser

Das Leben kam aus dem Wasser – dieser Satz gilt offenbar auch für Blütenpflanzen. Chinesische und amerikanische Forscher haben jetzt die bisher ältesten, 125 Millionen Jahre alten Pflanzen dieser Art identifiziert. Wie sie im Magazin „Science“ schreiben, könnte der Fund den Ursprung der Blütenpflanzen klären helfen.

Erste Blütenpflanze auf dem Titelbild von Science Bild: Die Fossilien auf derm Titelbild von „Science“

Die rund 50 Zentimeter hohen Pflanzen aus der Gruppe der Archaefructaceae wurden in der Yixian-Formation in der chinesischen Provinz Liaoning gefunden, die für ihre zahlreichen Fossilien bekannt ist. Die Forscher identifizierten zwei Arten, getauft auf die Namen Archaefructus sinensis und Archaefructus lianogensis. Die Pflanzen sind besonders interessant, weil sie sowohl Merkmale früher Blütenpflanzen als auch solche von Wasserpflanzen in sich vereinen. Sie sollen wie eine Kreuzung zwischen Seegras und Farn ausgesehen haben und besaßen noch keine Kelch- und Blütenblätter.

Die Pflanzen gediehen wohl ähnlich den Seerosen am besten in flachen Teichen und Seen. Darauf deuten die dünnen Stängel hin, die nach Meinung der Forscher auf trockenem Grund nicht aufrecht hätten stehen können. Die Staubbeutel mit den Pollen reiften aber über der Wasseroberfläche heran und wurden vom Wind oder von Insekten verteilt. Das weibliche Fruchtblatt sei deutlich nach dem Pollen gereift, um eine Selbstbefruchtung zu verhindern, so die Forscher. Die Samen breiteten sich vermutlich schwimmend an den Ufern aus.

Erste Hinweise auf die Pflanze waren schon vor vier Jahren ans Licht gekommen. Die damals nur als Bruchstücke erhaltenen Fossilien erlaubten den Forschern aber noch nicht, ein Gesamtbild zu rekonstruieren.

Früheste Blütenpflanze
Rekonstruktionszeichnung

Forschung: Ge Sun, Jilin University, Changchun; Q. Ji, Geological Institute of Chinese Academy of Geosciences, Beijing; D. L. Dilcher, University of Florida, Gainesville; S. Zheng, Shenyang Institute of Geology and Mineral Resources, Shenyang; K. C. Nixon, Cornell University, Ithaca, NY; X. Wang, Academia Sinica, Nanjing; in „Science“, Vol. 296, pp 899-904

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