Fossiles Wollnashorn in England entdeckt

In der englischen Grafschaft Staffordshire sind Arbeiter in einem Steinbruch durch Zufall auf das nahezu vollständige Skelett eines Wollnashorns gestoßen. Einer der Arbeiter habe bei Abbrucharbeiten plötzlich den riesigen Nashorn-Schädel auf seiner Schaufel entdeckt, berichten Archäologen der Universität Birmingham.

Die in den Steinbruch gerufenen Fachleute konnten den Schädel als 30.000 bis 40.000 Jahre altes Wollnashorn (Coelodonta antiquus) identifizieren.

Gary Coates und seine Kollegen hatten im Umfeld des Steinbruchs Whitemoor Haye wiederholt Fossilien entdeckt, zeigten sich aber von der Größe und Vollständigkeit des aktuellen Fundes überrascht. Sie schätzen, dass das Tier zu Lebzeiten 1,5 Tonnen schwer gewesen sein muss. Der Fund soll jetzt dem Naturhistorischen Museum in London zur Aufbereitung und Ausstellung überlassen werden.

Bei näherer Untersuchung der Fundstelle stießen die Forscher auf Überreste dreier weiterer Wollnashörner sowie Knochen von Mammuts, Rentieren, Wildpferden und einem Wolf. Außerdem fanden sich Fossilien von Pflanzen und Käfern. Sie erlauben eine detaillierte Rekonstruktion der nordeuropäischen Flora und Fauna während der letzten Eiszeit.

Das Wollnashorn lebte bis vor etwa 10.000 Jahren in Nord- und Mitteleuropa. Die klimatischen Bedingungen der damaligen Mammutsteppe entsprachen in etwa denen des heutigen Sibiriens. Auch in Deutschland wurden bereits Überreste von Wollnashörnern gefunden, u.a. In Rheinland-Pfalz, Hessen und im bayrischen Altmühltal.

Quelle: University of Birmingham, 30.10.2002
Forschung: Gary Coates, University of Birmingham

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