Tetrapoden erstmals auch in Asien gefunden

Chinesische Forscher haben die ersten fossilen Tetrapoden Asiens entdeckt. Die vierfüßigen Landgänger aus dem Devon wurden bereits in Europa, Nordamerika, Australien und Grönland gefunden. Jetzt gibt es erstmals Belege, dass auch in Asien vor etwa 355 Millionen Jahren erste Tiere außerhalb des Wassers lebten.

Im Magazin „Nature“ präsentieren drei chinesische und ein britischer Forscher den unvollständigen linken Teil eines zahnlosen Unterkiefers, der im Juli diesen Jahres in der Zhongning Formation im Nordosten Chinas gefunden wurde. Das auf den Namen Sinostega getaufte Fossil ist etwa 355 Millionen Jahre alt und eindeutig einem Tetrapoden zuzuordnen, schreiben Min Zhu und seine Kollegen von der chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking zusammen mit Per Ahlberg vom Naturhistorischen Museum in London.

Das kaum sieben Zentimeter lange, auf den ersten Blick unspektakuläre Fossil ist für Paläontologen ein äußerst wichtiger Fund. Der erste asiatische Tetrapode schließt eine Lücke in der Geschichte der Wirbeltiere und könnte erklären helfen, wie sich die Eroberung des Landes vollzog.

Vor etwa 370 Millionen Jahren verließen die ersten Tetrapoden das Wasser. Das reiche Nahrungsangebot ließ einen Landgang lohnend erscheinen: Im Devon hatte sich bereits eine Vielzahl von Insekten über den Urkontinent Gondwana ausgebreitet. Das heutige China lag im Nordosten dieses Kontinents und dürfte von einem feuchten Tropenwald überzogen gewesen sein.

Bisher waren weltweit neun Gattungen von Tetrapoden bekannt, acht davon wurden ausschließlich in Europa, Nordamerika und Grönland gefunden. Nur in Australien war dagegen die neunte Gattung namens Metaxygnathus heimisch. Von dem asiatischen Fund versprechen sich deshalb gerade australische Forscher Hinweise, wie Metaxygnathus mit den anderen Gattungen in Beziehung zu setzen ist.

Forschung: Min Zhu, Wenjin Zhao, Liantao Jia, Institute of Vertebrate Paleontology and Paleoanthropology, Chinese Academy of Sciences; Per E. Ahlberg, Department of Palaeontology, Natuiral History Museum, London; in „Nature“, Vol. 420, 19./26.12.2002, pp 760-761

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