Saurier-Sterben: Klimawandel scheidet als Ursache aus

Der Einschlag eines riesigen Asteroiden auf die Erde löste vor 65 Millionen Jahren das Aussterben der Dinosaurier aus. Diese These vertritt heutzutage die Mehrheit der Paläontologen. Manche Forscher argumentieren aber auch, schon vor dem Einschlag des Asteroiden könne ein Klimawandel den Niedergang der Saurier eingeleitet haben. Diese Vermutung ist jetzt von amerikanischen Geologen widerlegt worden. Sie wiesen anhand fossiler Pflanzen nach, dass sich leichte Klimaschwankungen zum Ende der Kreidezeit kaum auf den Lebensraum der Saurier ausgewirkt haben.

In den letzten zehn Jahren wurden aus Bohrungen in den Meeresboden wichtige Details über die urzeitlichen Meerestemperaturen gewonnen. Ob auf dem Land vergleichbare Temperaturen herrschten, wurde dagegen kaum erforscht. Der Geologe Peter Wilf von der Pennsylvania State University hat jetzt zusammen mit zwei Kollegen dem terrestrischen Klima an der Grenze zwischen Kreidezeit und Tertiär nachgespürt. In den US-Bundesstaaten New Mexico und North Dakota dokumentierten sie Pflanzen, die in der letzten eine Million Jahre vor dem Ende der Kreidezeit wuchsen.

Bei der Datierung der Funde kam den Geologen der Umstand zu Hilfe, dass sich 350.000 Jahre vor und 270.000 Jahre nach dem Asteroiden-Einschlag das Magnetfeld der Erde umdrehte. Solche Wechsel der Polarität gab es in der Erdgeschichte häufig, sie sind an der Ausrichtung magnetischer Eisenoxid-Mineralien im Gestein nachweisbar.

Jetzt halfen sie den Geologen bei der recht exakten Datierung der versteinerten Pflanzen. Aus der Verbreitung der einzelnen Pflanzenarten schließen die Forscher, dass es in der späten Kreidezeit eine längere Phase stetig sinkender Temperaturen gegeben hat. Vor etwa 66 Millionen Jahren kam es aber zu einer kurzen warmen Phase, die vor 300.000 bis 100.000 Jahre vor dem Asteroiden-Einschlag ihren Höhepunkt erreichte.

Im kalten North Dakota, wo heute im Jahresdurchschnitt nur 6 bis 7 Grad Celsius herrschen, war es zum Ende der Kreidezeit 18 bis 20 Grad Celsius warm. Unter diesen Bedingungen hätten selbst im Norden des Kontinents Krokodile unter Palmen leben können, glauben die Forscher; Dinosaurier und andere Pflanzenfresser fanden ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot vor.

In einer Online-Veröffentlichung der „Proceedings of the National Academy of Sciences“ schreiben die Forscher, ihre ermittelten Landtemperaturen deckten sich weitestgehend mit den nachgewiesenen Wassertemperaturen an vier unterschiedlichen Standorten. Daher könne von einem günstigen globalen Klima für die Dinosaurier der späten Kreidezeit ausgegangen werden. Der Asteroiden-Einschlag traf die Echsen offenbar in einer Situation, die für sie kaum günstiger sein konnte.

Forschung: Peter Wilf, Department of Geosciences, Pennsylvania State University / Museum of Paleontology and Department of Geological Sciences, University of Michigan, Ann Arbor; Kirk R. Johnson, Department of Earth Sciences, Denver Museum of Nature & Science, Denver; Brian T. Huber, Department of Paleobiology, National Museum of Natural History, Smithsonian Institution, Washington; in PNAS Online Edition, 10.1.2003

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