Älteste Salamander in China nachgewiesen

In der Inneren Mongolei haben amerikanische und chinesische Forscher eine neue fossile Salamander-Art nachgewiesen. Bei den 161 Millionen Jahre alten Exemplaren handelt sich um die ältesten bisher gefundenen Salamander.

Die Fossilien haben sich in vulkanischer Asche in der Jiulongshan-Formation nahe der Ortschaft Daohugou erhalten. Die Tiere fielen einem riesigen Vulkanausbruch zum Opfer, bei dem vermutlich zahlreiche Arten komplett vernichtet wurden. Wie Neil Shubin und Ke-Qin Gao von der Universität Chicago im Magazin „Nature“ berichten, weisen die frühen Salamander eine große Ähnlichkeit zu heute lebenden Arten auf. Dies zeige, dass sich die beiden wichtigen Schwanzlurch-Gruppen Hynobiidae und Cryptobranchidae vor etwa 165 Millionen Jahren in Asien gebildet hätten und seitdem nahezu unverändert geblieben seien.

In „Nature“ stellen die Forscher die neu nachgewiesene, bisher älteste Salamander-Art Chunerpeton tianyiensis vor. Insgesamt konnten schon 200 überwiegend junge Exemplare dieser Art identifiziert werden. Darunter befindet sich auch ein Tier, das die Schwelle von der kiementragenden Kaulquappe zum Lungenatmer noch nicht überschritten hatte. „Wenn man das älteste Exemplar einer Art entdeckt“, sagt Neil Shubin, „dann muss man sich meist auf nur ein Exemplar stützen. Wir aber haben Tausende. Es ist eine einzigartige Gelegenheit, die Entwicklung der Schwanzlurche zu studieren.“

Insgesamt gruben die Forscher aus Chicago und Peking in den letzten drei Jahren an sieben chinesischen und mongolischen Fundstätten Tausende fossiler Lurche aus. Fünf bisher unbekannte Arten konnten dabei nachgewiesen werden (mehr dazu hier).

Die heutigen Salamander gehören mit ihren rund 150 Arten zu den lebenden Fossilien. Weil sie weltweit verbreitet sind, erlaubt ihre Abstammungsgeschichte Rückschlüsse auf den Verlauf der Evolution insgesamt.

Forschung: Neil H. Shubin, School of Earth and Space Sciences, Peking University, Beijing, Ke-Qin Gao, Department of Organismal Biology and Anatomy, University of Chicago, Illinois; in „Nature“, Vol. VOL. 422 NO. 6930, 27.3.2003, pp424-428

Werbung