Urzeitliches Känguru trug Hörner

Vor einer halben Million Jahre trugen Kängurus Hörner. Darauf deuten fossile Funde hin, die australische Forscher jetzt in Höhlen der Nullarbor-Ebene im Süden des Kontinents gefunden haben. Die Paläontologen vom Western Australian Museum in Perth stießen auf zwei vollständige handgroße Känguru-Schädel, die kleine Wülste über den Augenhöhlen aufweisen. An diesen Stellen seien Hörner gewachsen, sind sich die Forscher sicher.

Schädel des urzeitlichen Kängurus Foto: Western Australian Museum

„Dieses Känguru ist wirklich bizarr“, sagte Grabungsleiter John Long dem Magazin „New Scientist“, „das Tier unterscheidet sich sowohl von den lebenden als auch von den bisher gefundenen fossilen Kängurus. Der knöcherne Vorsprung direkt über den Augen wuchs seitlich hervor, das Tier hatte außerdem eine knollenförmige Schnauze.“

Möglicherweise sollten die Hörner die Augen schützen, spekulieren die Forscher. „Die Tiere lebten wohl in trockenen Steppen und ernährten sich von ziemlich dürren Salzbüschen und Dornensträuchern. Kleine wulstige Hörner hätten vermutlich vor den Dornen geschützt – aber das ist bisher nur eine Vermutung“, erklärte Long dem „New Scientist“.

Neben den beiden Schädeln wurden auch Teile der Skelette gefunden. Außerdem konnten die Forscher die fossilen Überreste noch nicht identifizierter Vögel und ein Exemplar des weltgrößten Kängurus Procoptodon goliah bergen. Schon im letzten Jahr hatten sich die Wissenschaftler des Western Australian Museum in den Höhlen der Nullarbor-Ebene auf die Suche nach Fossilien begeben. Damals fanden sie unter anderem acht vollständige Skelette urzeitlicher Raubtiere.

Forschung: John Long, Western Australian Museum, Perth

Weiter im Web:
Geschichte im „New Scientist“
Western Australian Museum
Die Höhlen der Nullabor-Ebene
Australische Fossilien

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