Eiszeit: Reichlich Gras für wandernde Mammuts

Wo heute die Beringstraße Alaska von Sibirien trennt, bestand während der letzten Eiszeit noch eine Landbrücke namens Beringia. Sie ermöglichte Wollhaarmammuts die Wanderschaft von Asien auf den nordamerikanischen Kontinent. Die Tiere fanden auf Beringia selbst in schlechten Zeiten reichlich frische Gräser, meinen kanadische Forscher. Sie analysierten zahlreiche fossile Pollen und Samen und rekonstruierten so die Graslandschaft der letzten Eiszeit.

Die einstige Landmasse Beringia ist längst in der Meerenge versunken. Fossile Pflanzenspuren berichten aber zumindest noch von der Vegetation der Epoche, sagen kanadische Biologen um Grant Zazula von der Simon Fraser University in Burnaby.

Sie berufen sich auf Fossilienfunde von drei kanadischen Fundorten im Umfeld des Flusses Yukon. Während der letzten Eiszeit seien dort sehr ähnliche Pflanzen heimisch gewesen wie auf Beringia, schreiben die Forscher im Magazin „Nature“. Die damalige Flora habe sich deutlich von der heutigen arktischen Tundra unterschieden, die nur wenigen Säugetieren eine Heimat biete.

Die Fossilien konnten sie als Beifuß (Artemisia frigida), Strandgerste (Elymus), Riedgras (Carex), Senf (Draba) und Mohnblume (Papaver) identifizieren. Nachgewiesen wurden auch Büschelgräsern sowie zahlreiche grasähnliche Pflanzen.

Daraus lasse sich für den nördlichen Teil Nordamerikas auf eine ideale Mammut-Steppe schließen, schreiben die Forscher. Sie sind davon überzeugt, dass selbst in der kältesten Phase der Eiszeit vor rund 24.000 Jahren das Wollhaarmammut reichlich Futter fand. Die Pflanzen hätten auch Pferden, Bisons und anderen Säugern das Überleben gesichert.

Forschung: Grant Zazula, Simon Fraser University, Burnaby, BC, Canada, u.a.; in „Nature“ Vol. 423, No. 6940, 5.6.2003, p 603

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