Massensterben im Devon mit Einschlag verknüpft

Schon im Devon wurde ein Massensterben durch den Einschlag eines Himmelskörpers ausgelöst. Zu diesem Schluss kommen amerikanische und marokkanische Geologen im Magazin „Science“. Rund 380 Millionen Jahre alte Gesteine aus Marokko weisen demnach Spuren eines Einschlags auf. Kurze Zeit später verschwanden rund 40 Prozent der Meeresfauna.

„Mit mehr als 100 dokumentierten Einschlagkratern hat die Erde ein lange Geschichte extraterrestrischer Einschlagereignisse“, schreiben die Forscher um Brooks Ellwood von der Louisiana State University in Baton Rouge. Bislang gebe es jedoch nur im Falle des Chixculub-Kraters in Mexiko und des Massensterbens vor 65 Millionen Jahren genügend Belege für eine Ursache-Wirkungs-Kette. Dem so genannten Kreide-Tertiär- oder kurz KT-Ereignis waren unter anderem die Dinosaurier zum Opfer gefallen.

Ellwood und seine Kollegen studierten im Südwesten Marokkos Gesteine aus dem Devon (vor etwa 350 – 400 Mio. Jahren). Dabei entdeckten sie in einer Gesteinsschicht plötzliche Veränderungen der Magnetisierbarkeit, wie sie auch im Falle des KT-Ereignisses festgestellt worden waren. In einer unmittelbar darüber liegenden Schicht finden sich erstmals Fossilien von Polygnathus hemiansatus, einem Meeresbewohner aus der Gruppe der Conodonten. Vermutlich hatte seine Verwandtschaftslinie das so genannte Kacák/otomari-Massensterben überlebt und besetzte nun rasch die frei gewordenen ökologischen Nischen.

Auch die chemische Zusammensetzung des Gesteins änderte sich. So stieg der Gehalt an Nickel, Chrom, Arsen, Vanadium und Kobalt vorübergehend an. Das Verhältnis zweier Kohlenstoff-Isotope fiel dagegen. Letzteres sei möglicherweise auf den Kollaps der marinen Fauna und die Freisetzung von Methan aus dem Meer zurückzuführen, so Ellwood und seine Kollegen.

Als weitere Belege führen sie winzige Quarzkörnchen an, die Anzeichen einer Schockwelle aufweisen. Insgesamt sei die Beweislage ähnlich wie im Falle des KT-Ereignisses, schließen die Forscher.

Forschung: Brooks B. Ellwood, Stephen L. Benoist und Christopher Wheeler, Department of Geology and Geophysics, Louisiana State University, Baton Rouge, und andere; in „Science“, Vol. 300, 13. Juni 2003, pp 1734-7

Weiter im Web:
Homepage Brooks Ellwood
Conodonten
Tracking the Course of Evolution: Extinction
The Impact Theory of Mass Extinction

Werbung