Nicht Asteroid, sondern Klimawandel löste Dino-Sterben aus

Nicht der Einschlag eines Asteroiden, sondern ein weltweiter Klimawandel könnte vor 65 Millionen Jahren den Untergang der Dinosaurier eingeleitet haben. Davon sind neuseeländische Geologen überzeugt. Der Asteroiden-Einschlag habe die bereits begonnene Entwicklung nur noch beschleunigt, meint Chris Hollis vom staatlichen „Institute of Geological & Nuclear Sciences Limited“ (GNS).

Vor 65 Millionen Jahren sollen weltweit etwa 75 Prozent aller Tiere ausgestorben sein. In Neuseeland allerdings habe die Sterberate deutlich niedriger gelegen, sagt Hollis. Der Forscher verweist darauf, dass Neuseeland damals rund 1.500 Kilometer näher an der Antarktis gelegen habe. Diese Nähe habe die Tierwelt des Landes bereits langsam an kältere Temperaturen gewöhnt. Als die Erde dann global abkühlte, sei die neuseeländische Fauna besser darauf vorbereitet gewesen.

„Eine noch unbekannte Zahl von Tierarten war bereits von einem starken Rückgang betroffen, als der Asteroid einschlug“, erklärt Hollis. Drei Jahre lang studierte sein Team fossile Ablagerungen an sechs Fundstellen und präsentiert die Ergebnisse jetzt in mehreren Beiträgen im „New Zealand Journal of Geology and Geophysics“.

Unter anderem fanden die Forscher eine Zentimeter dicke Schicht von Asteroidenstaub, die aus der Zeit des Einschlags vor 65 Millionen Jahren stammt. Die Forscher wiesen auch einen abrupten Rückgang der Waldfarne und der Meeres-Mikroorganismen nach.

Der Artenschwund habe sowohl vor als auch nach dem Einschlag stattgefunden. Unmittelbar vor der Ankunft des Asteroiden habe allerdings noch einmal eine kurze warme Klimaperiode eingesetzt und einzelnen Arten eine letzte Blütezeit verschafft.

„Jetzt wird deutlich, dass der Einschlag nicht die alleinige Ursache für den Wandel in Fauna und Flora gewesen sein kann“, sagt Hollis. „Noch ist unklar, was die klimatische Unbeständigkeit jener Zeit auslöste, aber die Vermutung liegt nahe, dass die Auswirkungen des Asteroiden-Einschlags bisher überschätzt worden sind.“

Quelle: Institute of Geological & Nuclear Sciences Limited, 15.7.2003
Forschung: Chris Hollis, Institute of Geological & Nuclear Sciences Limited; in „New Zealand Journal of Geology and Geophysics“, Vol. 46, No. 2, Juni 2003

Weiter im Web:
Homepage GNS
Text im „NZ Journal of Geology and Geophysics“

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