Fischsaurier fraß Schildkröten und Vögel

Fischsaurier ernährten sich nicht nur von den Tintenfisch-ähnlichen Belemniten, auch Schildkröten und Vögel standen auf dem Speiseplan. Das konnten australische Forscher jetzt an den fossilen Überresten eines Ichthyosaurus nachweisen. Bei dem rund sieben Meter langen Tier handelte es sich um ein trächtiges Weibchen. Der Fund aus der unteren Kreidezeit wird auf ein Alter von 110 Millionen Jahren geschätzt.

Ichthyosaurus Der fossile Fischsaurier der Art Platypterygius longmani war in Queensland ausgegraben worden. Bei der Präparation des Fundes entdeckten die Forscher um Benjamin Kear vom South Australian Museum in Adelaide das Ungeborene im Bauch der Mutter. Mit einer Schädellänge von 40 Zentimetern muss es kurz vor der Geburt gestanden haben.

Außerdem konnten im Magen des Tieres wertvolle Hinweise auf die Ernährung der Fischsaurier gewonnen werden.

Die Fischsaurier erinnern äußerlich an Delphine und besetzten zu ihrer Zeit auch deren ökologische Nische. Bisher nahm man an, dass sie bevorzugt Belemniten fraßen. Als diese Kopffüßer ausstarben, war auch die Blütezeit der Fischsaurier vorbei.

Der neue Fund zeigt jetzt aber, dass die Ernährung der Saurier abwechslungsreicher ausfiel als gedacht. Im Magen des Weibchens konnten die Forscher zehn bis zwölf Zentimeter lange junge Schildkröten nachweisen. Zudem fanden sich Knochen und Zähne zahlreicher kleiner und größerer Fische sowie Teile von Vögeln.

Dass Fischsaurier lebende Vögel angriffen, halten die Forscher allerdings für unwahrscheinlich. Vermutlich handle es sich um einen verendeten Vogel, dessen Kadaver ins Meer geschwemmt worden sei, schreiben die Forscher im britischen Fachblatt „Proceedings B“ der Royal Society.

Quelle: The Royal Society, 22.7.2003
Forschung: Benjamin P. Kear, South Australian Museum, Adelaide, Walter E. Boles, Elizabeth T. Smith, Vertebrate Palaeontology Laboratory, University of New South Wales, Sydney; in „Proceedings B“, 21.7.2003, DOI: 10.1098/rsbl.2003.0050

Weiter im Web:
Text in den „Proceedings: Biological Sciences“