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Lebendes Frosch-Fossil in Indien entdeckt

16. Okt 2003 • Rubrik Amphibien

Eine bisher unbekannte Froschart haben ein indischer und ein niederländischer Forscher im Süden Indiens aufgespürt. Bei dem plumpen, purpurfarbenen Tier handle es sich um ein lebendes Fossil, schreiben die Entdecker im Magazin “Nature”.

Er stelle den letzten Überlebenden der eigenständigen Familie der Nasikabatrachidae dar. Von ihren nächsten Verwandten habe sich die Familie vor rund 130 Millionen Jahren abgespalten und seitdem wohl nicht mehr weiter entwickelt.

Dieser Frosch gilt als lebendes Fossil
Foto: S. D. Biju / Nature

Der auf den Namen Nasikabatrachus sahyadrensis getaufte Frosch zeichnet sich durch einen dicken Körper, kleine Augen und eine spitz zulaufende Schnauze aus. Das Frosch-Weibchen erreicht eine Länge von sieben Zentimetern. Die Tiere leben in der südindischen Region Kerala in den bewaldeten Hügeln der Western Ghats.

Die Region gilt als biologischer “Hotspot”, weil auf kleinem Raum eine große Artenvielfalt anzutreffen ist. Durch Bebauung und landwirtschaftliche Nutzung sind die natürlichen Wälder der Region auf nur noch 10 Prozent ihrer ursprünglichen Fläche geschrumpft. Biologen suchen dort gezielt nach noch unbekannten Spezies – aus Angst, die Tiere könnten noch vor ihrer Entdeckung aussterben.

Die nächsten Verwandten des jetzt identifizierten Frosches, die Amphibien der Familie Sooglossidae, leben auf den Seychellen. Bisher war unklar, ob ihre Vorfahren in Indien oder Afrika zu suchen waren. Der neue Fund scheint die These zu bestätigen, nach der Sooglossidae und Nasikabatrachidae gemeinsame, 130 Millionen Jahre weit zurückliegende Wurzeln in Indien haben.

Die Seychellen trennten sich vor rund 65 Millionen Jahren von der indischen Landmasse, diese hatte sich wiederum schon vor etwa 160 Millionen Jahren vom afrikanischen Kontinent gelöst.

Forschung: S.D. Biju, Tropical Botanic Garden and Research Institute, Palode, Indien; Franky Bossuyt, Free University of Brussels, Niederlande; in “Nature” Vol. 425, 16.10.2003, pp 711-714

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