Dino-Sterben: Neue Zweifel an Asteroiden-Theorie

Britische und kanadische Forscher haben Zweifel an der Theorie angemeldet, nach der allein der Einschlag eines Himmelskörpers vor 65 Millionen Jahren für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich sein soll. Die vom Einschlag ausgelösten Feuerstürme seien nicht stark genug gewesen, eine weltweite Katastrophe auszulösen, schreiben die Forscher im Magazin „Geology“.

Der Krater Chicxulub auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan beweist, dass vor rund 65 Millionen Jahren ein Himmelskörper auf der Erde eingeschlagen hat. Über die Auswirkungen sind sich die Fachleute jedoch uneins. Schon 2.000 Kilometer vom Krater entfernt habe es keine Brände mehr gegeben, schreiben jetzt die „Geology“-Autoren um Claire Belcher vom Royal Holloway College in London.

Das Forscherteam hatte in zahlreichen, über ganz Nordamerika verteilten Gesteinsschichten nach kohlehaltigen Ablagerungen gesucht, die auf verbrannte Vegetation hinweisen könnten. Weil sich derartige Spuren nicht finden ließen, bezweifeln die Forscher, dass der Einschlag globale Folgen nach sich ziehen konnte.

Anhänger der Einschlag-Theorie verwiesen wiederholt auf Ruß-Spuren im Gestein. Doch Ruß wollen Belcher und Kollegen nicht als Beweis gelten lassen. Ruß könne über weite Entfernungen geweht werden und sowohl auf kleinere Öl-, Kohle- oder Gasbrände zurückgehen. Diese müssten nicht zwangsläufig mit dem Einschlag in Verbindung stehen.

Forschung: Claire M. Belcher, Margaret E. Collinson, and Andrew C. Scott, Department of Geology, Royal Holloway University of London, Egham; Arthur R. Sweet, Geological Survey of Canada, Calgary; Alan R. Hildebrand, Department of Geology and Geophysics, University of Calgary, Alberta; in „Geology“, Vol. 31, No. 12, pp 1061-1064, DOI: 10.1130/G19989.1

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Abstract in „Geology“

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