Zwei Dinosaurier in der Antarktis entdeckt

Überraschende Entdeckung in der Antarktis: Zwei amerikanische Forschergruppen fanden gleich zwei bisher unbekannte Arten von Dinosauriern. Der eine war Fleisch-, der andere Pflanzenfresser. Begegnet sind sich die Spezies allerdings nie. Das eine Fossil fand sich am Grund des Meeres, der andere Saurier verstarb Millionen Jahre später im Gebirge.

Toter Carnosaurier liegt am Ufer Bild: Trent L. Schindler/National Science Foundation

Das Forschungsteam um Judd Case vom Saint Mary’s College of California entdeckte vor der Ross-Insel am Rande des Ross-Eisschelfs die fossilen Überreste eines aufrecht gehenden Carnosauriers, der nach ersten Vermutungen sowohl mit dem Tyrannosaurus als auch dem Velociraptor verwandt sein könnte. Darauf deuten Zähne, Oberkiefer und Fußknochen des Tieres hin, die jetzt geborgen wurden.

Der bisher unbekannte, vergleichsweise primitive Fleischfresser soll im einst milden Klima der Antarktis überlebt haben, nachdem seine Verwandten bereits weltweit von anderen Fleischfressern verdrängt worden waren. Das Tier soll etwa 1,80 bis 2,40 Meter groß gewesen sein und vor etwa 70 Millionen Jahren – also gegen Ende der Kreidezeit – gelebt haben. Der neue Fund ist der sechste Saurier, der im Umfeld der James Ross Insel an der Antarktischen Halbinsel entdeckt wurde.

Etwa zeitgleich entdeckte ein zweites Forscherteam um William Hammer vom Augustana College in Rock Island, Illinois, Tausende Kilometer entfernt einen zweiten fossilen Saurier. Die Entdeckung gelang in 3.900 Meter Höhe am Mount Kirkpatrick nahe des Beardmore Gletschers, rund 640 Kilometer vom Südpol entfernt.

Nach Auskunft der Forscher handelt es sich um einen primitiven 200 Millionen Jahre alten Sauropoden, einen an Brachiosaurus und Diplodocus erinnernden Pflanzenfresser. Der einen Meter breite Beckenknochen lässt auf eine Länge des Vierbeiners von rund 9 Meter und eine Höhe von 1,80 bis 2,10 Meter schließen. „Es gibt im Vergleich zu anderen Regionen so wenige Dinosaurier-Funde auf dem gesamten antarktischen Kontinent, dass man bei fast jeder Neuentdeckung von einer eigenen Art ausgehen kann“, sagt Hammer.

Forschung: Judd Case, Saint Mary’s College of California; James Martin, South Dakota School of Mines & Technology, u.a.; William Hammer, Augustana College, Rock Island, Illinois, u.a.

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