Bisher ältester Oberarmknochen gefunden

Amerikanische Paläontologen haben einen rund 365 Millionen Jahre alten fossilen Knochen entdeckt, den sie als früheste Form eines Oberarmes einordnen. Der Fund aus dem Devon könnte beweisen, dass sich schon bei Wasserlebewesen Flossen zu Gliedmaßen entwickelten, die später den Landgang ermöglichten.

fossiler Oberarmknochen eines Tieres, das den Übergang von Fisch zu Amphibie belegen könnte Neil Shubin und seine Kollegen von der University of Chicago entdeckten das Fossil schon in den 90er Jahren bei Ausgrabungen am so genannten Red Hill entlang der Clinton County Road im Norden des US-Bundesstaates Pennsylvania. Die Felsen bildeten sich aus Ablagerungen ehemals flacher Gewässer.

Weil der etwa 6 mal 4 Zentimeter große Knochen damals nicht eingeordnet werden konnte, verschwand er für Jahre im Archiv. Die Forscher wandten sich lieber den zahlreichen anderen Funden zu, die sie am Red Hill ausgegraben hatten. Erst im Jahr 2001 sei ihnen die Bedeutung des Fossils langsam klar geworden, sagen die Forscher. Sie stellen ihren Fund jetzt im Magazin „Science“ vor.

Von dem Tier sind keine weiteren Knochen bekannt. Es könnte sich nach Meinung der Paläontologen um einen frühen Tetrapoden, einen Vierfüßer, handeln, der den Übergang vom Fisch zur Amphibie markiert. „Der Knochen ist wesentlich robuster als Oberarmknochen anderer früher Spezies“, sagt Shubins Kollege Michael Coates. „Im Vergleich zu anderen Tetrapoden wirkt der Knochen stark überdimensioniert.“

Der Aufbau des Knochens lasse vermuten, dass er mit starken Muskeln verbunden war, die dem Tier zwar noch kein Laufen, aber zumindest ein Aufrichten des Oberkörpers erlaubten.

Bild: Kalliopi Monoyios

Forschung: Neil H. Shubin, Michael I. Coates, Department of Organismal Biology and Anatomy, University of Chicago; Edward B. Daeschler, Academy of Natural Sciences, Philadelphia; in „Science“, Vol. 304, 2.4.2004, pp 90-93

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