Papageinsaurier kümmerten sich lange um den Nachwuchs

Die Papageiensaurier (Psittacosauridae) könnten ihre Jungen ähnlich fürsorglich aufgezogen haben wie Vögel oder Krokodile unserer Tage. Zu dieser Einschätzung gelangten chinesische und amerikanische Forscher, nachdem sie im Norden Chinas Skelette einer ganzen Gruppe von Papageiensauriern entdeckt haben.

Ein älteres Tier wurde offenbar zeitgleich mit 34 Jungtieren von einem Steinschlag oder Vulkanausbruch überrascht und getötet. Die Lage der Skelette verrät nach Meinung der Forscher die familiären Bande der Opfer.

David Varricchio von der Montana State University und seine Kollegen vom Dalian Natural History Museum entdeckten die Tiere in der Yixian-Formation in der nordöstlichen Provinz Liaoning, welche für ihre zahlreichen Dino- und Vogelfunde berühmt ist. Der erwachsene Psittacosaurus wurde nach Berichten der Forscher im Zentrum der Gruppe dicht von den Jungtieren umringt. Möglicherweise scharten sich die Jungen aus Angst um das ältere Tier oder wurden von einer Katastrophe überrascht und starben, bevor sie überhaupt an Flucht denken konnten.

Die Jungtiere waren recht groß, allein ihre Oberschenkelknochen erreichten bereits eine Länge von 3 bis 3,4 Zentimeter Länge, schreiben die Forscher im Magazin „Nature“. Daher könne es sich nicht um frisch geschlüpfte Exemplare handeln. Vielmehr lasse die Anwesenheit des erwachsenen Tieres darauf schließen, dass Papageiensaurier ihren Nachwuchs noch längere Zeit nach dem Ausbrüten aufmerksam betreuten.

Papageiensaurier lebten in der Zeit der Unterkreide vor rund 100 Millionen Jahren. Ihren Namen verdanken sie ihrem zahnlosen Hornkiefer, der wie ein Papageien-Schnabel geformt ist. Die 2,5 Meter langen, aufrecht gehenden Tiere waren Pflanzenfresser.

Forschung: David J. Varricchio, Montana State University, Bozeman, USA, Chunling Gao, Dalian Natural History Museum, Heishijiao, China, u.a.; in „Nature“, Vol. 431, 9.9.2004, No. 7005, pp145-146

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