Perm: Massensterben war hausgemacht

Vor rund 250 Millionen Jahren kam es zum größten Artensterben der Erdgeschichte. Neue Resultate einer internationalen Forschergruppe sprechen für die Annahme, dass die Ursache auf der Erde zu suchen ist. Bei ihren Untersuchungen in Alpen und Dolomiten fanden die Forscher keine Belege für einen Einschlag, dafür jedoch Hinweise auf verheerenden Vulkanismus.

Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Einschlag eines Asteroiden vor 65 Millionen Jahren den Untergang der Dinosaurier und anderer Tier- und Pflanzengruppen besiegelte. Insbesondere Luann Becker von der University of California in Santa Barbara ist überzeugt, dass auch das „Große Sterben“ an der Wende vom Perm zur Trias auf eine kosmische Katastrophe zurückging.

Widerspruch kommt von Christian Köberl von der Universität Wien und seinen Kollegen. Die Forscher studierten Gesteine aus den Karnischen Alpen im Süden Österreichs und den westlichen Dolomiten in Italien. Tatsächlich fanden sie Iridium – ein in der Erdkruste seltenes, in Asteroiden und Kometen dagegen relativ häufiges Metall. Allerdings reichen die gemessenen Mengen nicht aus, um die Einschlaghypothese zu bekräftigen, berichtet die Gruppe im Fachblatt „Geology“. Auch waren keine Spuren von extraterrestrischem Helium-3 und Osmium-187 zu finden.

Laut Köberl und Kollegen zeigen die neuen Resultate, „dass die Belege für ein extraterrestrisches Einschlagereignis in dieser Periode schwach und nicht stimmig sind“. Im Gegenteil könne die schwache Iridiumspur eher durch große Mengen von Kohlendioxid erklärt werden, wie sie vor gut 250 Millionen Jahren durch gewaltigen Vulkanismus in Sibirien freigesetzt wurden. Unbeeindruckt zeigen sich die Forscher auch von Beckers kürzlich veröffentlichtem Bericht, an der Nordwestküste Australiens möglicherweise einen riesigen Einschlagkrater mit dem passenden Alter entdeckt zu haben. Es habe sich rasch gezeigt, dass Beckers Belege „bestenfalls dürftig“ seien.

Forschung: Christian Köberl, Institut für Geologische Wissenschaften, Universität Wien; Kenneth A. Farley, Division of Geological and Planetary Sciences, California Institute of Technology, Pasadena; und andere; veröffentlicht in Geology, Vol. 32(12), Dezember 2004, pp 1053-6, DOI 10.1130/G20907.1

Weiter im Web:
Institut für Geologische Wissenschaften, Uni Wien
Entstehung der Alpen
Bedout – A Possible End-Permian Impact Crater

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