Deinonychosaurier in Argentinien entdeckt

Fleischfressende Deinonychosaurier, deren Fossilien bisher überwiegend in Nordamerika und Asien gefunden wurden, machten in der Kreidezeit auch die Landmasse des heutigen Südamerika unsicher. Ein argentinischer und ein amerikanischer Paläontologe fanden erstmals entsprechende Bein- und Fußknochen in der Portezuelo Formation in der westlichen argentinischen Provinz Neuquen.

Die Bezeichnung „Deinonychosaurier“ steht für „Echsen mit schrecklichen Krallen“. Zu dieser Gruppe gehört u.a. der Velociraptor, ein aufrecht gehender, schneller Jäger. Deinonychosaurier tragen eine auffällige, sichelförmige Kralle an der jeweils zweiten Zehe ihrer Füße, mitunter auch an den Fingern. Die Kralle wurde beim Laufen hochgeklappt und stellte beim Reißen von Beute eine ideale Waffe dar, die selbst größeren Sauriern gefährlich werden konnte.

Eine solche Kralle zeichnet auch ihren jüngsten Fund aus, berichten Fernando Novas vom Museo Argentino de Ciencias in Buenos Aires und Diego Po von der Ohio State University Columbus, im Magazin „Nature“. Das auf den Namen „Neuquenraptor argentinus“ getaufte Tier soll etwa zwei Meter groß gewesen sein. Es lebte in der oberen Kreidezeit vor etwa 80 Millionen Jahren.

Novas sieht in dem Fund einen Beleg für die These, dass sich die gefährlichen Jäger schon vor der Abspaltung des Kontinents Gondwana von den nördlichen Erdmassen über die ganze damalige Welt ausgebreitet hatten.

Forschung: Fernando Novas, Museo Argentino de Ciencias, Buenos Aires; Diego Po, Ohio State University, Columbus; in „Nature“, Vol. 433, No. 7028, pp 858-861

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Deinonychosauria