Fossiler Termiten-Fresser entdeckt

Im US-Bundesstaat Colorado haben Forscher die fossilen Überreste eines Termiten-Fressers identifiziert. Der einst 15 Zentimeter lange Säuger wog rund 30 Gramm und lebte vor rund 150 Millionen Jahren. Dass er sich ausschließlich von Termiten ernährte, lassen sein Gebiss und die auf das Graben spezialisierten Vorderbeine vermuten.

Skelett des frühen Termitenfressers Zhe-Xi Luo und John Wible vom Carnegie Museum of Natural History in Pittsburgh stellen den Fund im Magazin „Science“ vor. Die beiden Forscher tauften das Tier auf den Namen „Fruitafossor windscheffeli“. Fruita heißt die Stadt in Colorado, in deren Nähe das Fossil gefunden wurde, Fossor ist das lateinische Wort für „Ausgräber“ und der Zusatz windscheffeli soll an Wally Windscheffel erinnern – jenen Museumshelfer, der das Fossil im Jahre 1998 entdeckte.

mögliches Aussehen des frühen Termitenfressers Weil der Fund jahrelang im Archiv schlummerte, entdeckten die Forscher seine Bedeutung erst spät. Jetzt ist klar, dass es sich um den frühestens auf Termiten spezialisierten Säuger handelt, der je gefunden wurde. Gebiss und Extremitäten erinnern an heutige Gürteltiere und Erdferkel. Deren älteste bisher bekannte Vorfahren sind „nur“ etwa 50 Millionen Jahre alt. „Es gibt keine vergleichbaren Fossilien über einen Zeitraum von rund 100 Millionen Jahren, bevor die ersten Gürteltiere in Südamerika auftauchten“, sagt Wible. Die Spezialisierung habe sich vermutlich im Laufe der Evolution mehrfach entwickelt.

Nach Meinung der Forscher grub Fruitafossor im Erdreich nach Termitenbauten, deren Bewohner er sich dann ins Maul schaufelte. Die Zähne des Säugers sind hohl und offenbar frei von Zahnschmelz. Das Tier habe aber wohl auch andere kleine Insekten sowie Pflanzen gefressen, wenn es nicht genügend Termiten fand, schätzt Luo. Zeitgleich lebende frühe Säuger hätten sich ebenfalls überwiegend von Insekten ernährt.

Die Forscher mit ihrem fossilen Fund

Illustrationen und Foto: Mark A. Klingler/Carnegie Museum

Forschung: Zhe-Xi Luo, John Wible, Carnegie Museum of Natural History; in „Science“, 1.4.2005; Vol. 308, No. 5718, pp 103-107

Weiter im Web:
Carnegie Museum of Natural History

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