Dino mit „Drachenschädel“

Eine neue Dinosaurier-Art haben amerikanische Paläontologen identifiziert. Laut Mitteilung des Children’s Museum of Indianapolis gehören die gut 66 Millionen Jahre alten Überreste zu einem Vertreter der Pachycephalosaurier, der „Dickschädelechsen“. Dem jetzt entdeckten Exemplar fehlt allerdings eine stark gewölbte Schädeldecke, sodass es mit seinen zahlreichen Hörnern eher an einen Drachen erinnert.

Dinosaurier-Schädel Foto: Children’s Museum of Indianapolis

Hobbyforscher hatten den Schädel in der für ihre zahlreichen Funde berühmten Hell Creek Formation in South Dakota entdeckt. Schon beim ersten Blick auf den Schädel mit seiner langen Schnauze, flachen Stirn und seinen langen Hörnern sei klar gewesen, dass dieser zu einer neuen Art gehöre, so der Paläontologe Robert Bakker. „Die Entdeckung dieses Fossils war eine echte Überraschung aus der Kreidezeit – niemals hätten wir geglaubt, dass ein solches Lebewesen existiert haben könnte!“

Pachycephalosaurier waren Pflanzen fressende Zweibeiner von der Größe eines Pferdes. Der berühmteste Vertreter, Pachycephalosaurus, besaß eine stark gewölbte, bis zu 15 Zentimeter Schädeldecke. Einige Forscher vermuten, dass er diese – ähnlich heutigen Dickhornschafen und Wisenten – als Rammbock einsetzte. Bei einer nahe verwandten Gattung, Stygimoloch, war die Schädelwölbung weniger ausgeprägt. Dafür trugen diese Tiere einen regelrechten Kranz aus langen Hörnern. Der neuen, noch namenlosen Art fehlt die Schädelwölbung völlig, zudem trug sie zahlreiche kleinere Hörner.

zwei kämpfende Dinosaurier Zeichnung: Robert Bakker / Pat Redman

Fast alle der bislang entdeckten Pachycephalosaurier lebten wenige Millionen Jahre vor dem Ende der Kreidezeit – jenem Zeitpunkt vor etwa 65 Millionen Jahren, der auch das Ende der Dinosaurier markiert. Laut Bakker spricht der neue Fund für die Annahme, dass zumindest einige Dinosaurier-Familien zu diesem Zeitpunkt noch neue Arten hervorbrachten.

Forschung: Robert T. Bakker, Children’s Museum of Indianapolis, Indiana; präsentiert auf dem Annual Meeting of the American Association of Museums, Indianapolis

Weiter im Web:
Children’s Museum of Indianapolis

Ein Kommentar

  1. alle Arten mit außergewöhnlichen Formen ..im speziellen zum Thema Schädel…sind zum
    einen bei ( Reptilien ) Nahrungs Spezialisten in aller Regel , die Grundvoraussetzung
    der Schädelformgebung dienlich. Auch dienlich zur Artenbildung und Geschlechtserkennung
    in den Artkomplexen .Nach dem Motto der Evolutions Theorien …nichts ist so beständig
    wie die Veränderlichkeit auch von Arten . Peter Karch …Februar 2014

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.