Meeresungeheuer aus der Savanne

Auf eine Ansammlung urzeitlicher Meeresräuber und anderer Fossilien sind australische Forscher im nördlichen Bundesstaat Queensland gestoßen. Zu den Funden gehört neben den Überresten zwölf urtümlicher Schildkröten auch das Skelett eines langhalsigen Plesiosauriers mit einem höchst ungewöhnlichen Gebiss.

Die Fundstätte enthalte außerdem zahlreiche Ichthyosaurier, Haie sowie Teile eines gepanzerten Dinosauriers, erklärt Ben Kear vom South Australian Museum in Adelaide. Der Paläontologe und seine Kollegen fanden den Fossilienhort nahe der Stadt Boulia, im äußersten Westen von Queensland am südlichen Wendekreis gelegen. Heute eine trockene Savanne, war das Gebiet vor 110 Millionen Jahren von einem großen Meeresarm bedeckt, der Eromanga-See.

„Ganz besonders aufregend ist der Plesiosaurier“, begeistert sich Kear. Bei den langhalsigen Vertretern dieser Flossenechsen sei normalerweise der gesamte Kiefer mit Zähnen besetzt. „Das von uns entdeckte Exemplar trägt jedoch all seine langen Zähne dicht gedrängt an der Kieferspitze.“ Ob das Tier tatsächlich einer neuen Art angehöre, werde man allerdings erst nach der sorgfältigen Präparation sagen können.

Auch die Schildkröten-Überreste seien von großer wissenschaftlicher Bedeutung, da sie offenbar von einem der ursprünglichsten Vorfahren der heutigen Meeresschildkröten stammten, so Kear weiter. „Das neue Material beinhaltet mehrere artikulierte Skelette und in einigen Fällen sogar den Darminhalt, sodass wir etwas über die Ernährung dieser urzeitlichen Lebewesen lernen können.“

Bei dem Dinosaurier handle es sich wiederum einen kleinen Vertreter der Ankylosaurier, einer landlebenden und zu Beginn der Kreidezeit recht häufigen Gruppe. Vermutlich sei der Kadaver des Tieres ins Meer gespült worden, wo die Strömung ihn und die Überreste der anderen Tiere zusammengetragen habe.

Forschung: Ben Kear, South Australian Museum, Adelaide; und andere

Weiter im Web:
South Australian Museum
The Plesiosaur Site
Something about Plesiosaurs