Neue Hinweise auf Doppelschlag gegen Dinosaurier

Der Asteroideneinschlag vor 65 Millionen Jahren war möglicherweise nicht die alleinige Ursache für das Massensterben, dem unter anderem die Dinosaurier zum Opfer fielen. Entsprechende Resultate präsentiert eine internationale Forschergruppe auf einer Fachtagung im kanadischen Calgary. Demnach wurden zur jener Zeit sehr rasch riesige Lavamassen freigesetzt, sodass starke Klimaveränderungen die Folge gewesen sein könnten.

Etwa zeitgleich mit dem Einschlag setzte in Westindien extrem starker Vulkanismus ein. Über einen Zeitraum von einer Million Jahren quollen mehr als 1,5 Millionen Kubikkilometer Lava aus der Erde und schufen ein riesiges Basaltplateau, die Dekkan-Trapps. „Unsere Arbeitshypothese ist, dass der Großteil dieser Lava in einigen wenigen, sehr kurzen Episoden freigesetzt wurde“, erklärt Anne-Lise Chenet vom Institut de Physique du Globe de Paris.

Dekkantrapps Die Dekkan-Trapps. Foto: Anne-Lise Chenet/IPGP

Indem flüssiges Gestein erstarrt, hält es Information über den momentanen Zustand des Erdmagnetfelds fest – ähnlich einer eingefrorenen Kompassnadel. Chenet und ihre Kollegen analysierten nun die magnetische Ausrichtung in einem 600 Meter mächigen Abschnitt der Trapps und kombinierten diese Daten mit radiometrischen Altersdatierungen. Der untersuchte Abschnitt scheint demnach binnen 30.000, möglicherweise sogar nur 12.000 Jahren entstanden zu sein. Entsprechend groß könnte die Wirkung der dabei freigesetzten vulkanischen Gase auf das Klima gewesen sein, so die Forscherin.

„Untersuchungen in Indien haben gezeigt, dass Spuren des Einschlags – im Sediment enthaltenes Iridium – zwischen den Lavaschichten eingeschlossen sind“, erläutert Chenet. „Der Vulkanismus muss also vor dem Einschlag eingesetzt haben.“ Alle anderen Massensterben der Erdgeschichte seien ebenfalls mit verheerendem Vulkanismus einhergegangen, in nur einem Fall sei vielleicht auch ein Asteroid beteiligt gewesen. „Wir vermuten, dass der Einschlag die Wirkung des immensen Vulkanismus lediglich verstärkte und so ein Massensterben verschlimmerte, das ohnehin stattgefunden hätte“, schließt die Geologin.

Forschung: Anne-Lise Chenet und Frederic Fluteau, Laboratoire de Paléomagnétisme, Institut de Physique du Globe de Paris; Sunil Bajpai, Deparment of Earth Sciences, Indian Institute of Technology, Roorkee; und andere; präsentiert auf der Tagung Earth System Processes 2, Calgary

Weiter im Web:
Institut de Physique du Globe de Paris
Flood Basalts, Mantle Plums and Mass Extinctions

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