Tausendfüßer-Fossil in Marl entdeckt

In Marl (Kreis Recklinghausen) ist ein 310 Millionen Jahre alter versteinerter Tausendfüßer entdeckt worden. Auf das Fossil stieß ein Grabungsteam von Dr. Lothar Schöllmann vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Die Gruppe grub seit 2002 in den Steinkohlebergwerken und auf Bergehalden der Deutschen Steinkohle AG. Auf einer Halde an Schacht 8 des Bergwerkes Auguste Victoria / Blumenthal in Marl wurden die Paläontologen in den Ablagerungen eines Süßwassersees fündig.

fossiler Tausendfüßer Der Fund aus der Gruppe der Archipolypoda, der sich durch eine kräftige Bedornung auszeichnet.
Foto: LWL/Schöllmann
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Das 2,7 Zentimeter lange Fragment wurde in einem dunkelgrauen Sedimentgestein gefunden und stammt aus dem mittleren Körperbereich des Tieres. Der Tausendfüßer aus der Gruppe der Archipolypoda wird auf dem Boden oder kletternd an Pflanzen gelebt haben.

Die Überlieferungsgeschichte der Tausendfüßer (lat. „Myriapoda“) ist extrem spärlich und lückenhaft, da bisher kaum Fossilien von ihnen gefunden wurden. Überreste bleiben nur in Ausnahmefällen erhalten.

Es handelt sich um den ersten Tausendfüßer aus dem oberen Karbon in Nordrhein-Westfalen, bisher gibt es nur vier weitere in Westdeutschland. Der Fund wurde ins Magazin des Westfälischen Museums für Naturkunde in Münster gebracht.

Tausendfüßer in historischer Zeichnung Bild rechts: Rekonstruktion eines bedornten Archipolypoda aus dem Jahre 1882. Damals gingen die Paläontologen noch davon aus, dass diese Tiere im Wasser und an Land lebten. Heute werden diese „Tausendfüßer“ klar als Landtiere angesehen. Abbildung: Scudda 1882
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Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe, 16.12.2005
Forschung: Lothar Schöllmann, LWL

Weiter im Web:
Introduction to the Myriapoda
Tausendfüßer
Zoologe findet apfelsinengroße Tausendfüßler

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