Hunderte Fossilien bei Dreieich geborgen

Nahe des hessischen Dreieich im Landkreis Offenbach sind fossile Haie, molchähnliche Saurier und Überreste zahlreicher anderer Tiere gefunden worden. Im Perm vor 290 Millionen Jahren sollen sie einen Süßwassersee bevölkert haben.

290 Millionen Jahre alter Branchiosaurier (Kopfbreite 12 mm). Foto: Arbeitsgruppe Palaeo-Geo e.V., Kelkheim

Die ersten Fossilien waren im Frühjahr diesen Jahres bei Straßenbauarbeiten bei Götzenhain zu Tage getreten. Daraufhin führten Mitglieder der Arbeitsgruppe Palaeo-Geo e. V., Kelkheim, eine Notgrabung durch. Bis November konnten über 300 Funde geborgen und dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt übergeben werden. Die Arbeitsgruppe fand u.a. einen Schmelzschupper-Fisch mit einer ursprünglichen Gesamtlänge von 50 cm. Es handelt sich um das größte bisher bekannte Exemplar dieser „Stumpfflosser“ genannten Fischfamilie (Amblypteriden).

„Durch die Baustelle hat sich ein für diese Region einmaliges Fenster in die Erdgeschichte geöffnet“, sagt Grabungsleiter Wolfgang Ott. Bislang seien Fossilien aus diesen Schichten nur zufällig und selten im Raum Dreieich entdeckt worden.

Es handelt sich um das reichste Material von Wirbeltieren, das bisher aus dem westdeutschen höheren Rotliegend bekannt ist. Das ergab eine erste Sichtung durch den Geologen Thomas Schindler im Hessischen Landesmuseum. Zudem sind größere Amphibien erstmals für diese Region nachgewiesen worden.

So dokumentiert etwa der Fund eines bisher nur in Rheinland-Pfalz bekannten molchähnlichen Amphibs (Eimerisaurus) die damals bestehende Verbindung zwischen den beiden Seebecken – dem Hessischen Becken, zu dem der Ablagerungsraum bei Götzenhain gehört, und dem Saar-Nahe-Becken.

Weitere Aufschlüsse sind nach der Auswertung der Geländedaten durch die Wissenschaftler des Museums und der Präparation der Fundstücke durch die Arbeitsgruppe Palaeo-Geo zu erwarten.

Die rund 70 Mitglieder von Palaeo-Geo e. V. haben es sich vor allem zur Aufgabe gesetzt, Fossilien zu bergen und zu präparieren, um sie der Wissenschaft zugänglich zu machen.

Quelle: Arbeitsgruppe Palaeo-Geo e.V., Kelkheim

Weiter im Web:
Palaeo-Geo e.V.
Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Karte: Die Welt im Perm

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