T. rex war kein flinker Jäger

Obschon mit furchteinflößenden Kiefern ausgestattet, dürfte der Tyrannosaurus rex die Wendigkeit eines Lastkahns besessen haben. Diese Ansicht bekräftigen neue Computersimulationen amerikanischer Biomechaniker. Kleinere Tiere dürften daher wenig Probleme gehabt haben, dem großen Räuber zu entkommen.

Anders, als mitunter auf der Kinoleinwand zu sehen, habe der auf zwei Beinen laufende Fleischfresser keine raschen Wendemanöver absolvieren können, erklärt John Hutchinson. Der Grund liege in der großen Körpermasse und ihrer räumlichen Verteilung. „Wir wissen nun, dass ein T. rex vorderlastig war, sich nur langsam drehte und nicht viel mehr als einen lockeren Trab schaffte“, so der Forscher, mittlerweile am britischen Royal Veterinary College.

An der kalifornischen Stanford University entwickelten Hutchinson und Kollegen ein Computerprogramm, das auf Basis eines Skeletts die Lage des Schwerpunkts und das Trägheitsmoment des zugehörigen Tieres schätzt. Das Trägheitsmoment gibt an, welchen Widerstand ein Körper einer Drehbeschleunigung entgegensetzt: Eine meterlange Dachlatte lässt sich deutlich schwieriger herumschwingen als ein kompakter Holzklotz gleicher Masse.

Dieser Effekt dürfte auch den T. rex in die Schranken gewiesen haben, berichtet die Gruppe im „Journal of Theoretical Biology“. Selbst bei vollem Muskeleinsatz dürften die sechs bis acht Tonnen schweren Tiere geschlagene ein bis zwei Sekunden für eine Drehung um 45 Grad gebraucht haben. Und auch rasante Verfolgungsjagden gehörten wohl nicht zum Alltag des Sauriers, schließen Hutchinson und Kollegen aus ihren Berechnungen. Selbst bei großzügiger Schätzung ihrer Leistungsfähigkeit dürfte die Beinmuskulatur Geschwindigkeitsspitzen von maximal 40 Kilometern pro Stunde ermöglicht haben.

Forschung: John R. Hutchinson und Frank C. Anderson, Department of Bioengineering, Stanford University, Stanford, und Victor Ng-Thow-Hing, Honda Research Institute, Mountain View, Kalifornien; Veröffentlichung im „Journal of Theoretical Biology“, Vol. 246(4), pp 660-80, DOI 10.1016/j.jtbi.2007.01.023

Weiter im Web:
Neuromuscular Biomechanics Lab, Stanford University
Structure and Motion Laboratory, Royal Veterinary College
Theropod Biomechanics – It’s Not Easy Being Big
Trägheitsmoment

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