Dinosaurier waren früh reif

Die Dinosaurier hatten es vergleichsweise eilig mit der Fortpflanzung. Zu diesem Schluss kommen amerikanische und chinesische Paläontologen nach der Untersuchung von Saurierfossilien samt Eiern. Demnach sorgten die urzeitlichen Echsen für Nachwuchs, lange bevor sie ihre maximale Körpergröße erreicht hatten – ganz im Gegensatz zu ihren modernen Nachfahren, den Vögeln.

Vögel legten in ihrer ersten Lebensphase ein geradezu explosives Wachstum an den Tag, um sich dann umso mehr Zeit mit der Geschlechtsreife zu lassen, schreiben die Forscher um Gregory Erickson von der Florida State University im Fachblatt „Biology Letters“. Im Gegensatz zu Gefieder und Leichtbau-Knochen scheine es sich bei diesem Entwicklungsgang um eine echte Neuerung zu handeln.

Erickson und Kollegen studierten die Fossilien von fünf Oviraptoren und Deinonychosauriern, die auf ihren Eiern hockend begraben und konserviert worden waren. Zwei weitere Fossilien zeigen Deinonychosaurier zumindest in engem Kontakt mit Eiern. In allen sieben Fällen bestimmten die Forscher anhand regelrechter Jahresringe im Knochen das Alter der Tiere und – anhand der Breite der Wachstumszonen – den jeweiligen Längenzuwachs.

Gemessen an den jeweiligen Wachstumskurven, waren fünf Tiere zum Zeitpunkt ihres Todes praktisch ausgewachsen. Dagegen befanden sich zwei der brütenden Tiere – je ein Oviraptor und Deinonychosaurier – noch in der Phase raschen Wachstums.

Dieses Muster ähnele jenem, das man bei Krokodilen, Eidechsen und Schlangen beobachten könne, erläutern die Forscher. So erreiche der Mississippi-Alligator typischerweise mit zehn Jahren und 2,5 Metern Körperlänge die Geschlechtsreife, könne in der Folge aber noch gut 1,5 Meter zulegen. Umgekehrt habe selbst ein großer Vogel wie der Weißkopfseeadler kaum ein Jahr nach dem Schlüpfen seine endgültige Größe erreicht, brauche dann aber noch mehrere Jahre bis zur Geschlechtsreife.

Forschung: Gregory M. Erickson und Mark A. Norell, Department of Biological Science, Florida State University, Tallahassee, und Division of Paleontology, American Museum of Natural History, New York; und andere; Veröffentlichung in den „Biology Letters“, DOI 10.1098/rsbl.2007.0254

Weiter im Web:
Gregory Erickson: The Coelurosaurian/Avialan Transition

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