Velociraptor trug Federn

Der Velociraptor, Bösewicht im Film „Jurassic Park“, war gefiedert. Entsprechende Resultate präsentieren amerikanische Paläontologen im Magazin „Science“. Das von ihnen studierte Exemplar besaß feine Erhebungen auf den Unterarmknochen, wie sie bei heutigen Vögeln als Verankerungspunkte für kräftige Schwungfedern dienen.

Velociraptor Federn 2 Die Velociraptor-Elle (A, B) weist regelmäßig angeordnete Papillen auf, wie sie beispielsweise bei einem Truthahngeier (C) zur Verankerung der Schwungfedern dienen. Bilder: Science

„Indem wir immer mehr über diese Tiere lernen, zeigt sich, dass es praktisch keinen Unterschied zwischen den Vögeln und ihren nächsten Ahnen unter den Dinosauriern gab“, erklärt Mark Norell vom American Museum of Natural History in New York. „Würde uns heute ein lebender Velociraptor begegnen, würden wir ihn vermutlich für einen seltsam aussehenden Vogel halten.“

Norell und Kollegen fanden die Erhebungen auf der Elle eines Velociraptors, der im Jahr 1998 in der Mongolei gefunden worden war. Die sechs Papillen sind regelmäßig im Abstand von 4 Millimetern angeordnet, sodass noch acht weitere auf dem Knochen Platz finden würden. Diese Zahl passe gut in das derzeitige Bild der gefiederten Saurier bzw. Vögel, so die Forscher. Der „Urvogel“ Archaeopteryx etwa, habe mindestens 12 besessen.

Velociraptor Federn 1 Schädel des Velociraptors. Er wurde kaum größer als ein Truthahn, maß bei etwa 15 Kilogramm Körpergewicht allerdings 1,5 Meter von Schnauzen- bis Schwanzspitze.
Foto: Mick Ellison, American Museum of Natural History

In Steven Spielbergs Film mit dem Vielfachen seiner eigentlichen Körpergröße dargestellt, konnte der truthahngroße Velociraptor sehr wahrscheinlich nicht fliegen. Die Funktion seiner Federn ist daher rätselhaft. Nach Ansicht Norells und seiner Kollegen könnten sie als Signalgeber für Artgenossen oder als „Schattenspender“ für das Nest fungiert haben. Vielleicht dienten sie aber auch – ähnlich den Flügeln eines Rennwagens – zum Erzeugen zusätzlicher Bodenhaftung beim Laufen.

Forschung: Alan H. Turner und Mark A. Norell, Division of Paleontology, American Museum of Natural History, New York, und Peter J. Makovicky, Department of Geology, The Field Museum, Chicago; Veröffentlichung in „Science“, Vol. 317, 21. September 2007, p 1721, DOI 10.1126/science.1145076

Weiter im Web:
Division of Paleontology, American Museum of Natural History
Geology Department, The Field Museum
The „Raptors“
Are Birds Really Dinosaurs?
Das Gefieder der Vögel

Werbung