Älteste Reptilienspuren entdeckt

Spuren der frühesten Reptilien glauben englische und kanadische Forscher entdeckt zu haben. An der kanadischen Atlantikküste stießen sie auf zahlreiche Fußabdrücke kleiner Tiere, die vor 315 Millionen Jahren durch das morastige Bett eines trocken gefallenen Flusses gelaufen waren.

Reptilienspur im Größenvergleich zu einer Euro-Münze Nahaufnahme eines einzelnen Abdrucks; die als Maßstab mit abgelichtete Münze ist 3 Zentimeter groß. Foto: Howard Falcon-Lang, University of Bristol“

„Die Entdeckung war purer Zufall“, erinnert sich Howard Falcon-Lang von der University of Bristol. „Nach einem langen Tag im Feld bin ich an abgelegen Klippen spazieren gegangen und dabei an einem frischen Steinschlag vorbeigekommen. Und ein großer Felsbrocken war mit Hunderten fossiler Fußspuren bedeckt!“

Eine Reihe von Merkmalen spreche gegen die Annahme, die Spuren stammten von Amphibien, schreiben Falcon-Lang und seine Kollegen im „Journal of the Geological Society“. Dazu gehörten die fünf, wenig gespreizten Finger bzw. Zehen sowie vermutliche Schuppenabdrücke. Die bislang ältesten Reptilienspuren waren vor gut 150 Jahren in der gleichen Region entdeckt worden. Sie sind etwa 312 Millionen Jahre alt.

In jener Periode der Erdgeschichte, dem Karbon, emanzipierten sich Fauna und Flora zunehmend vom Wasser. Auf Seiten der Tiere umfasste dies die Entwicklung einer den Embryo umgebenden „Flüssigkeitsblase“. Unter den Pflanzen begannen die ersten Nadelbäume, die sumpfigen Tiefländer hinter sich zu lassen und trockenere Lagen zu erobern. Die Tatsache, dass die Spuren in einem ausgetrockneten Flussbett hinterlassen worden seien, unterstreiche diese Entwicklung, so Falcon-Lang.

Fossilienspur
Die etwa ein Meter große, von vielen Spuren bedeckte Steinplatte; Foto: Howard Falcon-Lang, University of Bristol“

Forschung: Howard J. Falcon-Lang und Michael J. Benton, Department of Earth Sciences, University of Bristol, Bristol, und Matthew Stimson, Moncton, New Brunswick, Canada; veröffentlicht im „Journal of the Geological Society“, Vol. 164(6), pp 1113-8, DOI 10.1144/0016-76492007-015

Weiter im Web:
Palaeobiology and Biodiversity Research Group, Bristol
Amniota
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