Röntgenmethode enthüllt Verwandtschaftsverhältnis unter Pflanzen

Die Abstammung der Blütenpflanzen und ihre Verwandtschaften glauben schweizer Forscher mit Hilfe von Röntgenbildern belegen zu können. Die Untersuchungen stützen die umstrittene These, nach der die Blütenpflanzen mit den seltenen zapfentragenden Samenpflanzen (Gnetophyten) und den Bennettitales, einer ausgestorbenen artenreichen Pflanzengruppe, eng verwandt sind.

Diese drei Gruppen bilden gemeinsam die Übergruppe der so genannten Antophyten. Das belegten jetzt fossile Pflanzensamen aus Portugal und Nordamerika, die zwischen 70 und 120 Millionen Jahre alt sind. Mit Hilfe einer neuen Röntgenmethode – der so genannten Phasenkontrast-Methode (MBA) – konnte die innere Struktur der Samen abgebildet werden.

Fossiler Samen Schnitt durch einen fossilen Samen. Bild: Paul Scherrer Institut

Es zeigte sich, dass Gnetophyten, Bennettitales und Blütenpflanzen viele ähnliche Eigenschaften haben und demnach eng verwandt sein müssen, berichten die Forscher im Magazin „Nature“. Die drei Pflanzengruppen haben demnach gemeinsame Vorfahren, die sich bereits vor der Entstehung der eigentlichen Blütenpflanzen von den Nadelhölzern abgespalten hatten.

Bisher war die Verwandtschaft umstritten, weil genetische Untersuchungen den Schluss nahe legten, dass die Gnetophyten mit den Nadelhölzern (Koniferen) verwandt sind.

Forschung: Else Marie Friis, Swedish Museum of Natural History, Stockholm; Marco Stampanoni, Labor für Synchrotronstrahlung, PSI; in „Nature“, Vol. 450, Nr. 7169, pp 549 – 552

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Artikel in „Nature“
Pressetext Paul Scherrer Institut

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