Fossile „Teufelskröte“ entdeckt

Die Überreste eines kreidezeitlichen Riesenfrosches haben englische und amerikanische Forscher auf Madagaskar entdeckt. Ausgestattet mit einem gut 20 Zentimeter breiten Maul und massiv verdickten Schädelknochen, dürften die Tiere gut und gerne 5 Kilogramm auf die Waage gebracht haben.

Vergleich der Teufelskröte zum größten heute lebenden Frosch Der größte heutige Frosch Madagaskars, Mantidactylus guttulatus, dürfte für Beelzebufo ampinga kaum mehr als eine Vorspeise dargestellt haben. Zeichnung: Luci Betti-Nash

Der Fund sei umso erstaunlicher, als die nächsten Verwandten der Riesen heute in Südamerika lebten, erläutert David Krause von der Stony Brooks University. Üblicherweise gehe man davon aus, dass sich Madagaskar, die Seychellen und Indien vor 120 Millionen endgültig von den übrigen Kontinenten gelöst hätten. Möglicherweise habe gut 40 Millionen Jahre später via Antarktis nochmals eine Verbindung nach Südamerika bestanden.

Die fossilen Knochen stammen aus der Maevarano-Formation im Nordwesten Madagaskars und sind 70 bis 65 Millionen Jahre alt. Bereits im Jahr 1993 hatten Krause und Susan Evans sowie David Jones vom University College London dort die ersten Überreste der enormen Amphibien entdeckt. Im Laufe der Zeit trugen sie insgesamt 75 Fragmente von Schädel- und Beckenknochen sowie einige Wirbel zusammen, anhand derer sie die neue Gattung und Art Beelzebufo ampinga beschreiben. Zusammengeklaubt aus Griechisch, Latein und Malagasy, lässt sich der Name in etwa mit „Gepanzerte Teufelskröte“ übersetzen.

Ausgehend von charakteristischen Skelettmerkmalen, dürfte die Art am ehesten in die Verwandtschaft der südamerikanischen Hornfrösche (Ceratophryinae) gehören, schreibt die Gruppe in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“. So genannt wegen kleiner Hornzipfel über den Augen, lauern die stämmigen Tiere regungslos auf Beute und verschlucken neben Insekten und Eidechsen auch kleine Vögel und Säugetiere. Auch Beelzebufo dürfte gefressen haben, was ihm vor das Maul kam. Vielleicht habe erst sein Verschwinden die Entwicklung der heutigen, einzigartigen Amphibienfauna Madagaskars ermöglicht, spekulieren die Forscher.

Forschung: Susan E. Evans und Marc E.H. Jones, Research Department of Cell and Developmental Biology, University College London und David W. Krause, Department of Anatomical Sciences, Stony Brook University, New York; veröffentlicht in PNAS, Vol. 105(8), pp 2951-6, DOI 10.1073/pnas.0707599105

Weiter im Web:
Susan Jones, University College London
David Krause, Stony Brook University
Hornfrösche
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