„Tanzplatz“ der Saurier entdeckt

An der Grenze des US-Bundesstaates Arizona zum Nachbarn Utah haben Geologen Tausende von Dinosaurier-Fußabdrücken identifiziert. Die 190 Millionen Jahre alten Spuren stammen von verschiedensten Saurierarten in unterschiedlichen Altersstufen.

Der Geologe Winston Seiler am Fundort der Saurierspuren Der Geologe Winston Seiler am Fundort. Foto: Roger Seiler / University of Utah

Saurierspuren aus der frühen Jura sind schon an vielen Orten in den USA gefunden worden. Doch was die Forscher jetzt im Naturschutzgebiet Vermilion Cliffs National Monument entdeckten, stellt alle anderen Funde in den Schatten. Auf rund 3.000 Quadratmetern Fläche konzentrieren sich die Fußspuren zahlreicher Exemplare, die ihre Abdrücke in nassem Sand hinterließen. “Der Fund lässt mich an eine Tanzfläche für Dinosaurier denken, weil sich dort so viele Spuren der unterschiedlichsten Art finden”, sagt Marjorie Chan, Geologin an der University of Utah.

Im Magazin “Palaios” schreiben Chan und ihr Kollege Winston Seiler, es seien mindestens vier Sorten von Sauriern über den Fundort spaziert. Als “Besucher” machten sie Eubrontes, Grallator und Anchisauripus aus – Bezeichnungen, die für noch nicht eindeutig identifizierte Spuren stehen -, sowie eine nicht näher bestimmte Sauropodenart.

Vom Jungtier bis zum ausgewachsenen Saurier waren teilweise ganze Gruppen unterwegs: “Die Größe der Abdrücke zwischen 2,5 und 50 Zentimetern könnte auf ein Muttertier mit ihren Babys hinweisen”, erklärt Seiler eine der Spuren. Auch Schleifspuren von Saurierschwänzen konnten die Forscher identifizieren. Entsprechende Funde sind selten, weil die Dinos ihre Hinterteile in der Regel nicht hängen ließen.

Die frühe Jura wurde von starker Trockenheit geprägt. Die heutigen Vermilion-Klippen lagen damals in einer Wüste, die größer war als die heutige Sahara. Die Region wurde nach Meinung der Forscher durch Wanderdünen geprägt, zwischen denen die Tiere auf ständiger Suche nach Nahrung und Wasser waren. Die Abdrücke der Saurier sowie geologische Spuren lassen vermuten, dass sich am Fundort eine Oase mit gleich mehreren Wasserlöchern befand. Dies könnte erklären, warum der Ort von so vielen Tieren aufgesucht wurde.

Nachtrag vom 10.11.2008: Mittlerweile haben andere Forscher Zweifel an der Arbeit von Chan und Seiler angemeldet. Lesen Sie dazu diese Nachricht.

Forschung: Marjorie Chan, University of Utah; Winston Seiler, Chevron Inc., in Bakersfield, California; veröffentlicht in Palaios, Vol. 23 Issue 10, Oktober 2008

Weiter im Web:
Abstract in Palaios
Meldung der University of Utah
Eubrontes
Grallator
Anchisauripus
Vermilion Cliffs National Monument

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