Der Prototyp eines Räubers

Die furchteinflößenden Raubsaurier der Kreidezeit hatten eher bescheidene Wurzeln. Das belegt ein rund 130 Millionen Jahre altes Dinosaurierfossil aus China. Mit einem großen Kopf, Stummelarmen und Sprinterbeinen wies das Tier jene Merkmale auf, die als typisch für Tyrannosaurus rex und seine Vettern gelten. Allerdings besaß es nur ein Bruchteil von deren Körpermasse.

raptorex-kriegsteini Auch ohne Tonnenmasse beeindruckend … so könnte Raptorex kriegsteini ausgesehen haben. Grafik: Todd Marshall

Im Wesentlichen war der Körperbau der Tyrannosauriden also schon 40 Millionen Jahre vor ihrem Auftauchen entwickelt, folgert eine amerikanisch-chinesische Forschergruppe um Paul Sereno von der University of Chicago im Magazin „Science“. Danach habe es nur noch einiger Feinanpassungen bedurft, um bis zu 14 Meter lange Räuber mit einer Körpermasse von mehreren Tonnen hervorzubringen, so der Forscher.

Der Neuling namens Raptorex kriegsteini dürfte dagegen nur etwa 65 Kilogramm gewogen und von der Schnauze bis zur Schwanzspitze höchstens drei Meter gemessen haben, schätzen Sereno und Kollegen. Das Fossil war im Nordosten Chinas illegal ausgegraben und von einem amerikanischen Privatsammler erworben worden. Künftig soll es in die Innere Mongolei zurückkehren und dort in einem Museum ausgestellt werden.

raptorex-kriegsteini2 Neben dem Schädel der T.-rex-Dame „Sue“ wirkt der Schädel von Raptorex kriegsteini geradezu zierlich. Foto: Paul Sereno

Nicht nur aufgrund der Proportionen von Kopf, Rumpf und Gliedmaßen wirkt Raptorex kriegsteini wie eine kleine Ausgabe von Tyrannosaurus rex. Weitere typische Merkmalen sind Verstärkungen der Schädelknochen und große Ansatzstellen für die Kiefermuskulatur. Hinzu kommen voluminöse Riechkolben, eine Reihe scharfer Schneidezähne sowie die zweifingerige Hand.

Forschung: Paul C. Sereno, Department of Organismal Biology and Anatomy, University of Chicago, Chicago; Lin Tan, Long Hao Institute of Geology and Paleontology, Bureau of Land and Resources, Hohhot; und andere; veröffentlicht in Science Express, 17.09.2009, DOI 10.1126/science.1177428

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