Kleiner Saurier in England entdeckt

Auf das Fossil eines ungewöhnlich kleinen Dinosauriers sind englische Forscher gestoßen. Der wenige Millimeter große Wirbel war in einer Tongrube bei der südenglischen Stadt Bexhill-on-Sea entdeckt worden. Wahrscheinlich gehört er zu einem zweibeinigen Räuber oder Allesfresser, der nicht größer war als eine Elster.

Grafik: Matt Matyniuk/University of Portsmouth

Von der Schnauze bis zur Schwanzspitze dürfte der flinke Zweibeiner höchstens 50 Zentimeter gemessen haben, schätzen Darren Naish und Steven Sweetman von der Universität Portsmouth. Somit könnte es sich um einen Vertreter der kleinsten Dinosaurierspezies überhaupt handeln, schreiben die Forscher im Fachblatt „Cretaceous Research“.

In jedem Fall stamme der Knochen von dem kleinsten Dinosaurier, der jemals in Europa gefunden worden sei, betont Sweetman. „Ursprünglich hielt man ihn für den Wirbel einer Schlange. Als ich ihn sah, wusste ich jedoch sofort, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den Wirbel eines winzigen Theropoden handelt.“ Zu der großen Dinosauriergruppe der Theropoden gehören unter anderem Tyrannosaurier und Velociraptoren – und wahrscheinlich auch die heutigen Vögel.
Sweetman und Naish nahmen den lediglich 7,1 Millimeter langen Halswirbel eingehend unter die Lupe. Aus der Form der Wirbelfortsätze, der Gelenkflächen und des Rückenmarkskanals schließen die Forscher, dass das Tier innerhalb der Theropoden zu den Maniraptoren gehörte. Gemessen am Verwachsungsgrad der einzelnen Elemente, handelte es sich mit Sicherheit um ein ausgewachsenes Exemplar.

Dessen Körpergröße schätzten die beiden Forscher, indem sie Fossilien anderer Maniraptoren als Vorbild für verschiedene digitale Rekonstruktionen der gesamten Wirbelsäule nahmen. Die Körperlänge könnte demnach auch weniger als 30 Zentimeter betragen haben. Die große Unsicherheit beruhe darauf, dass ein einzelner Knochen nur wenig über die Gestalt des Tieres verrate, erläutert Naish. „Diese Methode ist eher Kunst denn Wissenschaft.“

Forschung: Darren Naish und Steven C. Sweetman, School of Earth and Environmental Sciences, University of Portsmouth, Portsmouth; Veröffentlichung in „Cretaceous Research“, Vol. 32(4), pp 464-71, DOI 10.1016/j.cretres.2011.03.001

Weiter im Web:
Earth and Environmental Sciences, University of Portsmouth
Wadhurst Clay Formation

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