Weberknechte: Körperbau im Karbon optimiert

Weberknechte, die zur Klasse der Spinnentiere gehören, haben sich vor mehr als 300 Millionen Jahren in ihre Hauptgruppen gespalten. Manche von ihnen haben seither ihren Körperbau kaum verändert. Das belegen Vergleiche mit zwei Weberknecht-Fossilien aus Frankreich.

Fossiler Weberknecht Macrogyion cronus; CT-Bild von Russell Garwood

Weltweit gibt es rund 6500 lebende Weberknechtarten. Fossil überliefert sind dagegen nur etwa 30 Arten. Eine internationale Forschergruppe hat jetzt zwei neue Fossilien vom Ende des Karbonzeitalters aus Montceau-les-Mines in Mittelfrankreich beschrieben. Die 305 Millionen Jahre alten Überreste wurden in Steinknollen entdeckt.

Die langen Beine der Weberknechte sind nur schwer abzubilden, wenn sie tief im Gestein stecken. Hier half die Computertomographie: Mit ihr konnten hochauflösende 3D-Bilder erzeugt werden, die die Details wie Beinspitzen, Krallen oder Mundwerkzeuge gut darstellen. Ihre Ergebnisse stellen die Forscher in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ vor.

Beide Fossilien zeigen nach Aussage der Wissenschaftler verblüffende Ähnlichkeit mit den heutigen Weberknechten. Das eine Tier hat die typische Form mit kleinem, rundem Körper und langen, dünnen Beinen, genau wie der heutzutage am häufigsten anzutreffende einheimische Weberknecht. Das andere Tier ist mit einem deutlich stacheligen Körper für uns ungewöhnlich. Entsprechende Weberknechte leben aber noch heute in Nordamerika, sagen die Forscher. Die Weberknechte haben offenbar früher ihre „moderne“ Form erreicht, als die heutzutage viel erfolgreicheren Webspinnen.


Zeichnerische Rekonstruktion der beiden Weberknechte; Bild: Museum für Naturkunde Berlin

Forschung: Jason Dunlop, Museum für Naturkunde Berlin, R.J. Garwood, G. Giribet, M.D. Sutton; veröffentlicht in „Nature Communications“ 2, Article 444, 23.8.2011, DOI 10.1038/ncomms1458

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Abstract in Nature Communications
Weberknechte