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Dinosaurier-Sterben: Freispruch für Strahlung

Was auch immer zum Aussterben der Dinosaurier geführt hat - Strahlung war es wohl nicht. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Forscher auf Basis einer statistischen Betrachtung. Der einzige, bei 708 Dinosauriern beobachtete Fall von Knochenkrebs ist demnach durchaus vereinbar mit der modernen Häufigkeit solcher Tumoren, berichtet das Magazin "New Scientist".

Foto: Bild: NASA Johnson Space Center

"Unser Test spricht daher nicht für die Annahme, dass ionisierende Strahlung möglicherweise eine Rolle beim Massensterben an der Grenze von der Kreide zum Paläogen gespielt haben könnte", folgern Adrian Melott von der University of Kansas und seine Kollegen in einem online zur Diskussion gestellten Artikel.

Eben diese Strahlungshypothese hatten die Forscher in der Vergangenheit aufgestellt. Demnach ist das Sonnensystem alle 62 Millionen Jahre einer erhöhten Strahlungsintensität ausgesetzt, indem es auf seiner Bahn um das Milchstraßenzentrum vorübergehend über die Scheibe der Milchstraße steigt. Nach Ansicht Melotts lässt das Fossilienmaterial durchaus eine entsprechende Rhythmik erkennen.

Die neue Studie stützt sich auf die Röntgenuntersuchung von über 10.000 Wirbelknochen von 708 Dinosauriern, die Melotts Kollege Bruce Rothschild vor vier Jahren durchgeführt hatte. Neben zahlreichen gutartigen Blutgefäßwucherungen hatte er an lediglich einem Wirbel, von einem Edmontosaurus stammend, Anzeichen einer Knochenmetastase gefunden.

Die Forscher berechneten nun, wie wahrscheinlich eine solche Häufigkeit ist, wenn man von heutigen Schätzwerten für Reptilien bzw. Vögel ausgeht. Die Wahrscheinlichkeit für weniger als eine Metastase in dem studierten Material liegt demnach bei 37 bzw. 71 Prozent. Die Dinosaurier scheinen also keiner erhöhten Strahlungsintensität ausgesetzt gewesen zu sein.

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20.9.2007

Quelle:
New Scientist, Ausgabe vom 22.9.2007; Text: Carsten Meinke /Scienceticker.info

Forschung:
Lori C. Natarajan, Adrian L. Melott, Bruce M. Rothschild und Larry D. Martin, Department of Physics and Astronomy und Biodiversity Research Center, University of Kansas, Lawrence; Preprint arXiv:0704.1912

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