Titellogo Dinosaurier.org
Suche:

Vorfahren der Tyrannosaurier entdeckt

Chinesische und amerikanische Forscher haben zwei Exemplare einer bisher unbekannten Saurier-Art entdeckt, die zu den frühesten Vertretern der Coelurosaurier zählt. Aus dieser Gruppe ging rund 90 Millionen Jahre später Tyrannosaurus rex hervor. Den neuen Fund stellen die Paläontologen im Magazin "Nature" vor.

Die etwa 160 Millionen Jahre alten Tiere aus der mittleren Jura wurden in der Provinz Xinjiang im so genannten Junggar-Becken entdeckt. Diese Region Zentralasiens wird heute von ausgedehnten Wüsten geprägt. Während der Jura soll sie allerdings ein feuchter, von vielen Wasserläufen gezeichneter Lebensraum gewesen sein.

Bild: Zhongda Zhang, Institute of Vertebrate Paleontology and Paleoanthropology, Beijing In diesem Umfeld ging der rund drei Meter lange, aufrecht laufende Saurier auf die Jagd. Dass er Fleisch fraß, belegt der Kiefer mit seinen klingenförmigen Zähnen. Mit messerscharfe Krallen an den jeweils drei Fingern jeder Klaue wurde die Beute erlegt. Die Forscher um Xing Xu vom Institut für Wirbeltier-Paläontologie und Paläoanthropologie in Peking und Thomas Holtz von der Universität Maryland spekulieren, dass die Tiere in Gruppen gejagt haben könnten.

Bild: Zhongda Zhang, Institute of Vertebrate Paleontology and Paleoanthropology, Beijing
Für großes Bild hier klicken


Mit seinem zu einem Stück verwachsenen Nasenknochen ähnelt der neue Saurier den späteren Tyrannosauriden. Diese besaßen allerdings nur noch rudimentäre Reste jenes großen Kammes auf dem Nasenrücken, den der Vorfahre getragen hat. Weil der Kamm eher zerbrechlich war, kann er kaum als Waffe gedient haben, schreiben die Forscher. Sie vermuten, es handle sich um ein sexuelles Merkmal: Möglichst prächtige Kämme hätten Konkurrenten bei der Partnersuche übertrumpfen sollen.

Dem Kopfschmuck verdankt der Saurier auch den ersten Teil seines Namens: "Guanlong wucaii" heißt die neue Art, zu deutsch etwa "Gekrönter (guan) Drachen (long) des fünffarbigen Gesteins (wucaii)". Der Anhang verweist auf die farblich abwechslungsreichen Sedimente des Junggar-Beckens, aus denen schon zahlreiche Fossilien geborgen werden konnten.

zurück
9.2.2006

Quelle:
Nature, 9.2.2005

Forschung:
Xing Xu, Chengkai Jia, Qi Zhao, Institute of Vertebrate Paleontology and Paleoanthropology, Beijing; Thomas Holtz, University of Maryland, College Park; James Clark Institute of Biology, George Washington University; Catherine A. Forster, Mark A. Norell, Gregory M. Erickson, David A. Eberth; in "Nature" Vol. 439, No. 7077, pp 665-666 und 715-718

Surftipps:


Werbung

Werbung

© 2007 Stefan Jacobasch, Berlin Impressum + + + Powered by Coranto + + + Mehr Wissenschaft: Scienceticker.info + + + Messen 2008