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Dinosaurier erlebten wechselhaftes Klima

Zu Zeiten der Saurier war das irdische Klima weniger beständig als mitunter angenommen. Das lesen amerikanische und niederländische Forscher aus Sedimentgestein vom Grund des Pazifik heraus. Vor gut 120 Millionen Jahren schwankte die mittlere Oberflächentemperatur des Ozeans demnach um bis zu sechs Grad Celsius, berichten sie im Fachblatt “Geology”.

Foto: Ocean Drilling Program
An Bord des Bohrschiffs begutachten die Forscher Teile des Bohrkerns. Foto: Ocean Drilling Program

Bislang habe man das Klima im Mesozoikum, dem von den Dinosauriern beherrschten Erdmittelalter, als relativ gleichmäßig feucht-warm eingeschätzt, erläutert Simon Brassell von der Indiana University in Bloomington. Zwar hätten Bohrkerne aus dem Atlantik bereits Hinweise auf starke Temperaturschwankungen geliefert. “Aus dem größten Ozean jener Zeit hatten wir jedoch praktisch keine Daten”, so der Geologe. Daher sei nicht klar gewesen, ob es sich um ein regionales Phänomen gehandelt habe.

Foto: Simon Brassell
Ausschnitt aus dem Bohrkern: Im Laufe der Jahrmillionen haben sich die Sedimente zu schieferartigem Gestein verdichtet. Foto: Simon Brassell

Die neuen Hinweise auf globale Schwankungen stammen aus einem Unterwasserplateau im Nordpazifik, rund 1.600 Kilometer östlich von Japan und etwa 3.100 Meter unter der Meeresoberfläche gelegen. Dort war im Jahr 2001 ein 566 Meter langer Bohrkern aus dem Meeresgrund gezogen worden, der unter anderem stark verdichtetes Sediment aus der Stufe des Aptium vor 125 bis 112 Millionen Jahren enthält.

Brassell und Kollegen analysierten nun in dem Sedimentgestein vorhandene Membranbausteine von Archäen - neben Bakterien und Lebewesen mit einem echten Zellkern die dritte große Gruppe des Lebens. Anhand von Menge und Zusammensetzung dieser Glycerol-Dialkyl-Glycerol-Tetraether schätzen die Forscher, dass die Temperaturen des Oberflächenwassers damals zwischen 30 und 36 Grad Celsius schwankten. Zu Beginn des Aptium seien die Temperaturen zweimal sogar auf bis zu 4 Grad abgesackt, so die Universität in einer Mitteilung.

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25.9.2006

Quelle:
Geology /Text: Carsten Meinke, Scienceticker.info

Forschung:
Mirela Dumitrescu und Simon C. Brassell, Department of Geological Sciences, Indiana University, Bloomington; Stefan Schouten, Ellen C. Hopmans und Jaape S. Sinninghe Damsté, Royal Netherlands Institute for Sea Research, Den Burg; Veröffentlichung Geology, Vol. 34(10)

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