Ichthyosaurus in Australien ausgegraben
Im südlichen Australien haben Paläontologen den bisher vollständigsten Ichthyosaurus des
Kontinents ausgegraben. Aborigines hatten das Fossil beim Errichten von Zäunen entdeckt.
Forscher des South Australian Museum datieren den Fund auf ein Alter von rund 120 Millionen Jahren.
Ein Bruchteil des Sauriers war schon 1972 bei Straßenbauarbeiten 200 Meter entfernt vom aktuellen
Fundort ans Tageslicht gekommen. "Damals nahmen wir an, das Einzelstück eines toten Tieres sei auf
den urzeitlichen Meeresgrund getrieben worden", erinnert sich der Museums-Paläontologe Ben Kear.
Ichthyosaurier sind Fischsaurier, die äußerlich an Delphine erinnern, mit denen sie aber nicht verwandt sind.
Die Raubtiere ernährten sich hauptsächlich von Fischen. Ichthyosaurier waren von Unterjura bis
Unterkreide (ca. 200 bis 100 Millionen Jahre) weltweit verbreitet, ihre Fossilien haben sich in
Nordamerika, Grönland, England und Deutschland erhalten. In Holzmaden in Baden-Württemberg fand
man Hunderte versteinerte Exemplare, darunter sogar Muttertiere mit ungeborenen Jungen. Die
Ichthyosaurier gelten deshalb als vergleichsweise gut erforscht.
Aus Australien sind zwei Gruppen von Ichthyosauriern bekannt: Die eine Art lebte vor rund 100
Millionen Jahren in warmen Gewässern und ist in recht großer Zahl als Fossilien im nördlichen
Teil des Kontinents erhalten geblieben. Die zweite, kaum 20 Millionen Jahre ältere Art durchquerte
wesentlich kältere Meeresströmungen. Von diesen Tieren konnten bisher nur sieben Bruchstücke im
Süden Australiens ausgegraben werden.
Der jetzt geborgene, nahezu komplette Fund werde Vergleiche
ermöglichen und klären helfen, wie sich die Ichthyosaurier infolge des Klimawandels verändert haben,
hoffen die Forscher. Möglicherweise handle es sich bei dem Fossil sogar um die in Australien noch
nicht gefundene Gattung Platypterygius, dem vermuteten Bindeglied zwischen den nord- ud
südaustralischen Arten.
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Quelle: ABC Science Online, 5.11.2002
Surftipp: South Australian Museum |