Saurierfossil mit vier Flügeln entdeckt

Microraptor gui
Foto: Xin Xu / Nature
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Chinesische Wissenschaftler sind bei Ausgrabungen
auf insgesamt sechs Dinosaurier einer bisher unbekannten Spezies
gestoßen. Diese erlaubt überraschende Einblicke in die Evolution der Vögel. Die fossilen Tiere tragen sowohl an den
vorderen als auch an den hinteren Extremitäten voll ausgebildete Flügel.
Der Paläontologe Xing Xu und seine Kollegen von der Universität Beijing präsentieren ihren Fund im Magazin
"Nature". Ihrer Aussage nach lebten die 77 Zentimeter langen Tiere vor etwa 130 Millionen Jahren in der
Kreidezeit. Sie sind den so genannten Microraptoren zuzuordnen - einer Untergruppe der Dromaeosauriden,
die fleischfressende Jäger waren. Der Fund stammt aus Dapingfang in der nordöstlichen
Provinz Liaoning. Dort hatte das Team um Xing Xu bereits zwei Jahre zuvor einen
krähengroßen Microraptoren gefunden, der
ein Federkleid trug, allerdings keine ausgebildeten Flügel besaß.
Die neue Art, getauft auf den Namen Microraptor gui, war am ganzen Körper von einem drei bis vier
Zentimeter langen Federkleid bedeckt. An den geflügelten Vorder- und Hinterläufen erreichten die Federn
etwa 12 Zentimeter Länge. Die Extremitäten lassen ein wirkliches Fliegen des Tieres unwahrscheinlich
erscheinen. Die Forscher glauben, dass der Waldbewohner Microraptor gui ein guter Kletterer war und seine
Flügel zum Gleiten von Baum zu Baum einsetzte. Sein "Flug" ähnelte wohl stark dem Segeln der Flughörnchen,
schätzen die Forscher.

Microraptor gui
Zeichnung: Li Rongshan / Nature
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Der Fund liefert der Diskussion um die Entstehung des Fliegens neue Nahrung.
Die meisten Forscher favorisieren die These, die Vorformen des Fliegens wären zuerst bei am Boden lebenden Sauriern aufgetreten.
Aus dem Laufen und Springen sollte sich demnach das Flattern über Hindernisse hinweg entwickelt haben.
Eine ältere Theorie geht dagegen davon aus, dass die Ursprünge des Fliegens im Gleiten von Baumbewohnern
zu suchen sind. Das Vorkommen eines Vierflüglers sah dieser Ansatz schon im Jahr 1915 voraus - eine
Annahme, die mit dem neuen Fund bestätigt werden konnte.

Rekonstruktion
Zeichnung: Portia Sloan / Nature
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Quelle: Nature, 23.1.2003, Vol. 421, No. 6921, pp335-340
Forschung: Xin Xu, Zhonghe Zhou, Xiaolin Wang, Fucheng Zhang, Institute of Vertebrate
Paleoanthropology, Chinese Academy of Sciences, Beijing; Xuewen Kuang, Tianjin Museum
of Natural History, Tianjin; Xlangke Du, Radiological Department, People?s Hospital,
Beijing University
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